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| 20:22 Uhr

Verluste für Imker
Jedes siebte Bienenvolk stirbt

  Deutsche Imker haben über den vergangenen Winter etwa jedes siebte Bienenvolk verloren.
Deutsche Imker haben über den vergangenen Winter etwa jedes siebte Bienenvolk verloren. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Potsdam/Dresden. Mehr als 20 Millionen Euro Schaden. Voriger Winter war noch dramatischer.

Imkerbetriebe haben durch den vorigen Winter deutschlandweit im Schnitt fast 15 Prozent ihrer Bienenvölker – etwa jedes siebte Volk – eingebüßt. Das zeigt eine Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen (Rheinland-Pfalz). Wirtschaftlicher Schaden: rund 20 Millionen Euro.

Größter Widersacher der Bienen beim Überwintern ist die Varroa-Milbe. Wie stark sich diese vermehrt, hängt von der Wirksamkeit der Milben-Behandlung und vom Wetter ab. Dabei gibt es Langzeiteffekte. Der lange Winter 2017/2018 und die deshalb spätere Aktivität der Bienen hätten die Vermehrung der Milben gehemmt.

Mit dem Verlust jedes siebten Bienenvolkes liegt der Winter 2018/2019 im Mittel. „Winterverluste gibt es jedes Jahr. Wir gehen derzeit von etwa zehn bis 13 Prozent aus“, sagt Norbert Reinhardt, Zweiter Vorsitzender vom Landesverband Brandenburgischer Imker. Das genaue Ergebnis stünde erst Ende Mai fest. Reinhardt nimmt an, dass der trockene, heiße Sommer und der trockene Winter 2018 hier positiv gewirkt haben. In Sachsen sieht es schlechter aus. Hier liegen die Verluste bei um die 17 Prozent. Da aber nur wenige Imker an der Umfrage des Fachzentrums teilgenommen haben, ist die Datengrundlage hier etwas dünn.

Für Besorgnis sorgt aktuell eher das kalte, teils noch frostige Frühlingswetter. Deshalb könnten die Blüten von Akazie und Robinie ausbleiben. Dann gibt es für die Bienen weniger Nahrung, eventuell müssen sie hungern.

Das kann zur Folge haben, dass die Bienen die Brut einstellen. Zufüttern helfe dann zwar, könne aber die natürliche Nahrung nicht richtig ersetzen, so Reinhardt. Wie die Bienen durch den nächsten Winter kommen, hängt also auch ganz stark vom diesjährigen Wetter ab.