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Imkerverband Brandenburg:
Jedes fünfte Bienenvolk hat den Winter nicht überlebt

Nicht alle Bienen in Brandenburg haben den Winter überlebt. Jedes fünfte Volk ist gestorben.
Nicht alle Bienen in Brandenburg haben den Winter überlebt. Jedes fünfte Volk ist gestorben. FOTO: Matthias Balk / dpa
Potsdam. Schwankende Temperaturen und ein warmer Januar: Für die Bienen war das kein guter Winter. Jedes fünfte Volk starb. Die überlebenden Völker starten seit einigen Tagen in die Saison. Von Rochus Görgen

Etwa jedes fünfte Bienenvolk in Brandenburg hat nach ersten Schätzungen des Imkerverbandes den Winter nicht überlebt. Das Problem seien die schwankenden Temperaturen und ein relativ warmer Januar gewesen, wodurch sich die Varroamilben in der Brut gut vermehren konnten, sagte der Sprecher des Imkerverbandes, Holger Ackermann, auf Anfrage.

Das Bienensterben war damit im vergangenen Winter rund doppelt so groß wie in einem durchschnittlichen Jahr, in dem etwa zehn Prozent der Völker eingehen. Allerdings waren die Verluste nicht so stark wie im Winter 2016/17, als 35 bis 40 Prozent der Völker den Winter nicht überlebten. Die endgültigen Bilanzzahlen stellt der Verband traditionell nach der Kirschblüte zusammen.

Das winterliche Bienensterben wurde zuletzt durch die Teilung von Völkern oder auch durch den Zukauf von Bienenstöcken mehr als ausgeglichen. Zum Jahreswechsel zählte der rund 2150 Mitglieder vertretende Verband rund 26 100 Bienenvölker. Das sind rund 4000 mehr als vor den beiden letzten Wintern.

Einige Bienenvölker waren auch durch das Sturmtief „Xavier“ ums Leben gekommen. Darunter befanden sich auch die beiden Bienenstöcke auf dem Dach der Brandenburger Landesvertretung in Berlin, die Ackermann dort aufgestellt hatte. Er kündigte an, noch Ende April oder Anfang Mai dort wieder neue Bienenstöcke aufzustellen.

Honigbienen gelten wegen ihrer Bestäubungsleistung als unverzichtbar für die Landwirtschaft. Viele Früchte könnten ohne die Bienen nicht geerntet werden.

Der Imkerverband empfiehlt Grundstücksbesitzern, für die Bienen zum Beispiel Grasflächen nicht regelmäßig zu mähen und stattdessen Klee wachsen zu lassen. Kommunen können laut Ackermann zum Beispiel durch Linden als Straßenbäume helfen, den Bienen ausreichend Blüten zur Verfügung zu stellen.