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Jede vierte Firma wird von Hackern angegriffen

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cybercrime FOTO: Franziska Gabbert (dpa-tmn)
Potsdam. Jede vierte Firma in Brandenburg ist im vergangenen Jahr Opfer von Hackern geworden. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern hervor. Nur die wenigsten Firmen zeigen solche Fälle an. bob

"Die Digitalisierung des Verbrechens ist eingetreten", sagt Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg. Bei der Vorstellung des aktuellen Kriminalitätsbarometers der Kammern sticht vor allem der überproportionale Anstieg der Internetkriminalität heraus. "Unternehmen sind jetzt an zwei Orten von Kriminellen bedroht: in ihren Betrieben und im Internet. Während in der analogen Welt vor allem Diebe, Einbrecher und Randalierer Beute machen oder Schaden anrichten, verursachen im Netz die Hacker das Chaos und erpressen Geld", so Schülke.

Das Kriminalitätsbarometer zeigt Ergebnisse aus den Antworten von knapp 1400 Unternehmern in Berlin und Brandenburg. 384 von ihnen gaben an, schon einmal Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein. Dass die Zahl so viel höher als Angaben in Polizeistatistiken ist, muss dabei nicht überraschen. Denn nur 7,3 Prozent der Unternehmen hat diese Fälle tatsächlich zur Anzeige gebracht.

"Das Nicht-Anzeigen von Straftaten kann verschiedene Ursachen haben", sagt Thomas Herrschelmann vom Arbeitskreis Unternehmenssicherheit Brandenburg. "Sie könnten in der Schadenshöhe liegen, am Zweifel der Aufklärungswahrscheinlichkeit, im Vertrauen in Polizei und Staatsanwaltschaft oder in den Versicherungsbedingungen."