| 02:36 Uhr

Jan Thoß und seine Idee von der Firmennachfolge in Großröhrsdorf

Jan Thoß hat die Firmennachfolge in der Drahtwarenfabrik Großröhrsdorf angetreten.
Jan Thoß hat die Firmennachfolge in der Drahtwarenfabrik Großröhrsdorf angetreten. FOTO: wil
Cottbus. Spannung bis zum 28. November. Dann werden in der LEAG-Zentrale in Cottbus die Preisträger des 13. Lex-Wettbewerbes gekürt. Sieben Geschäftspläne von Existenzgründern sind dafür ausgewählt und am Montag in Cottbus präsentiert worden. Christian Taubert

Jan Thoß ist Oberlausitzer und schon jenseits der Fünfzig. "Ein Spätzünder", sagt der Bautzener von sich. Im April 2016 hat er die TITTEL Drahtwarenfabrik GmbH Großröhrsdorf als Firmennachfolger übernommen. Der gelernte Maschinenbauer war bisher im Bereich Fertigungstechnik, Fabrikplanung und Qualitätsmanagement zu Hause. Er leitete Produktionsbetriebe und wollte jetzt sein eigener Herr werden.

Die TITTEL Drahtwarenfabrik war für Jan Thoß die Chance, sich diesen Traum zu erfüllen und eine Belegschaft von 70 Mitarbeitern geordnet zu übernehmen. Rund 4000 Produkte aus Draht stellt das Oberlausitzer Unternehmen her. Partner sind die Möbel- und Kochgeräteindustrie. Hergestellt werden unterschiedlichste Formen von Körben und Gestellen, Schutzgittern, Reling systemen sowie allgemein gebogenen und geschweißten Drahtkomponenten.

Der in verschiedenen Märkten und Branchen gut etablierte Betrieb begründet nach Angaben von Jan Thoß seinen Erfolg in der hohen Flexibilität und dem spezifischen Know-how in den verschiedenen Kunden-Segmenten. Die bestehenden Vorteile und die Marktpräsenz will der neue Chef weiter ausbauen und durch individuell angepasste, zeitgemäße Methoden und Strukturen untersetzen.

Auch wenn Thoß in dem 14 Monate andauernden Übernahmeprozess "viermal fast gescheitert" sei. "Es hat sich gelohnt, für dieses Unternehmen zu kämpfen", sagt der Firmenchef.

Gemeinsam mit dem Asylbewerber Mohammad Al Masri, der in Guben die Baladi Milchprodukte zur Herstellung von Frischkäsevariationen nach syrischer Art aufbaut, ist der Bautzener für den Lex-Sonderpreis "Wertschöpfung generieren" und Firmennachfolge nominiert.

Weitere fünf Kandidaten für den 13. Lausitzer Existenzgründer-Wettbewerb (Lex) wird die RUNDSCHAU bis zum Finale am 28. November (siehe Info-Box) auf der Seite "Lausitzer Wirtschaft" vorstellen.

Für den Vorsitzenden der Wirtschaftsinitiative Lausitz (Wil) Michael von Bronk ragen die sieben Nominierten "aus dem qualitativ hochwertigen Feld der 79 Bewerber mit 37 Geschäftsplänen heraus". Sie hätten ihre Vision in ein tragfähiges Geschäftsmodell übersetzt. Auch beim 13. von der Wil ausgeschriebenen Wettbewerb sei den Teilnehmern kostenlos Hilfe durch Coaches bei der Erarbeitung ihrer Business-Pläne zuteilgeworden.

Der Cottbuser Ordnungsdezernent Thomas Bergner ermutigte dazu, den von der BTU Cottbus-Senftenberg verstärkt eingeschlagenen Weg zu Firmengründungen zu wagen. "Als Stadt werden wir Sie unterstützen, wo es nur geht. Rufen Sie an", sagte Bergner.

Zum Thema:
Am 13. Lausitzer Existenzgründer-Wettbewerb Lex haben in diesem Jahr 79 Bewerber teilgenommen. Aus den 37 Geschäftsplänen, die eingereicht wurden, haben Lex-Juroren - Experten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen - sieben Konzepte für das Finale ausgewählt. Bereits am 28. September hatten sich die Gründer und Gründerteams mit ihren Konzepten der Jury vorgestellt. Die Preisträger werden nun am 28. November in der Hauptverwaltung der LEAG in Cottbus ausgezeichnet. Die Wirtschaftsinitiative Lausitz hält für das "Beste Unternehmenskonzept" und den Sonderpreis "Wertschöpfung generieren" Preisgelder in Höhe von insgesamt 10 000 Euro bereit.