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| 21:53 Uhr

Landeskriminalamt Brandenburg ermittelt
Polizei kappt 5000 Beamten nach Datenverrat internen Zugang

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte auf dem Weg zu den Koalitionsverhandlungen einen Unfall. Auch darüber drangen Details an die Öffentlichkeit.
Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte auf dem Weg zu den Koalitionsverhandlungen einen Unfall. Auch darüber drangen Details an die Öffentlichkeit. FOTO: Gregor Fischer / dpa
Potsdam. Weil Polizisten in Brandenburg Interna zu Straftaten auf Facebook veröffentlicht und an Medien weitergegeben haben, hat das Polizeipräsidium einen internen Zugang zu einem Informationssystem gesperrt. Davon seien etwa 5000 Beamte betroffen gewesen, sagte Präsidiumssprecher Torsten Herbst am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Landeskriminalamt sei eingeschaltet worden, sagte Herbst. Außerdem prüfe die interne Revision den Fall und eine Arbeitsgruppe solle diesen aufarbeiten.

Das Informationssystem ist Teil des Intranets der Brandenburger Polizei und listet Details zur Tatortarbeit, persönliche Daten von Zeugen, Opfern und möglichen Tätern auf. Jährlich würden rund 200 000 Fälle so protokolliert, erklärte Herbst. Etwa 5000 Polizisten - und damit laut „MAZ“ etwa zwei Drittel aller Beamten - hätten diese Daten bislang einsehen können.

Doch zuletzt gelangten Informationen an die Öffentlichkeit - etwa zu Zeugenaussagen im Zusammenhang mit einer Messerattacke eines syrischen Jugendlichen in Cottbus oder zum Fund einer Frauenleiche mit einer Schussverletzung in einem Auto im Havelland. Auch Details zu Autounfällen der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) tauchten auf.

„Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Sprecher Herbst. Für 48 Stunden sei darum die Lese-Funktion gesperrt worden. Seit Donnerstag seien erste Zugänge wieder freigeschaltet worden für Kollegen, die auf die Daten zugreifen müssten, so Herbst.

(dpa)