• Wie viele der in Brandenburg verfügbaren Intensivbetten sind derzeit mit Covid-19-Patienten belegt?
  • Die Auslastung der Krankenhäuser ist ein wichtiges Kriterium bei der weiteren Bewertung der Corona-Pandemielage – und für einschränkende Maßnahmen
  • Die Zahl der freien Betten in Brandenburgischen Krankenhäusern könnte künftig ein viel wichtigerer Faktor für Corona-Regeln werden
  • Wie machen es andere Bundesländer?

Intensivbettenbelegung als Maßstab: Kommt bald die 2G-Regel in Brandenburg?

Die Regierung in Potsdam diskutiert über die Einführung der sogenannten 2G-Regel für bestimmte Branchen. Das bedeutet: In beispielsweise Gaststätten oder Kinos könnten künftig nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt bekommen.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann schlug vor, die Regelung von Berlin für Clubs auf Brandenburg zu übertragen. In Berlin hatte das Verwaltungsgericht ein generelles Verbot gewerblicher Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen gekippt. Der Senat erlaubte Clubs und Diskotheken, für Geimpfte und Genesene wieder zu öffnen. Die Gäste müssen in Innenräumen dort keine Masken mehr tragen. „Wir sind der Auffassung, dass man diese Option auch in Brandenburg einführen sollte“, sagte Redmann.
Weitere Einschränkungen sollen sich nach Ansicht des Gesundheitsministeriums künftig nicht nur an die 7-Tage-Inzidenz, sondern auch an die Hospitalisierungsrate, die Impfquote und an die Zahl der belegten Intensivbetten.

Aktuelle Belegung der Intensivbetten in Brandenburg

Wie hoch die Zahl der belegten Intensivbetten aktuell sind, kann auf der Seite DIVI-Intensivregister eingesehen werden. Demnach sind (Stand: 14.09.2021):
  • Betten frei: 103 (17 Prozent)
  • Betten belegt: 503
  • Betten von Covid-19-Patienren belegt: 2,8 Prozent
  • Betten gesamt: 606
  • Corona-Fälle der Patienten die intensivmedizinisch behandelt werden: 17
  • davon invasiv beatmet: 8

Corona-Regeln in den Bundesländern: Schärfere Regeln für Ungeimpfte

In Baden-Württemberg soll es bald die strengsten Regeln für Ungeimpfte geben. Diese werden an die Auslastung der Betten in den Krankenhäusern gekoppelt sein. Geplant ist im Südwesten:
  • Sobald 250 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind oder die Hospitalierungsrate bei acht liegt, gilt die erste Warnstufe. Das heißt in , dass von 100.000 Einwohnern innerhalb von einer Woche acht Menschen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Werden diese Werte überschritten, sollen Ungeimpfte nur noch mit einem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen haben.
  • Zu der Warnstufe 1 plant Baden-Württemberg einen weiteren Grenzwert. Werden 390 Patientinnen oder Patienten auf Intensivstationen behandelt oder wenn die Zahl der Hospitalisierung bei zwölf liegt, gibt es eine Alarmstufe. Von da an gilt im Land die 2G-Regel. Dann dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene etwa Restaurants, Bars oder Diskotheken besuchen.

So stark ist die Auswirkung der Impfquote auf die Intensivbetten-Belegung laut RKI

Was für Auswirkungen auf die Intensivbetten-Belegung der kommenden Monate eine Steigerung der Impfquote in der Gruppe der 12- bis 59-Jährigen haben könnte, zeigen Schätzungen des RKI:
  • Mit einer Impfquote von 65 Prozent wäre demnach noch mit einem sehr starken Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf bis zu 400 und mit bis zu etwa 6000 Covid-19-Patienten zeitgleich in intensivmedizinischer Behandlung zu rechnen.
  • Für eine Impfquote von 75 Prozent zeigt das RKI-Modell schon weit niedrigere Inzidenzen unter 150 und lediglich 2000 belegte Intensivbetten an.
  • Sowohl bei einer 85-prozentigen als auch bei einer 95-prozentigen Impfquote in dieser Gruppe steigt demnach die Inzidenz nicht mehr über 100 beziehungsweise 50 und die Intensiv-Auslastung nicht mehr über 1000 Betten.
Laut RKI sind bei den Schätzungen zum Einfluss der Impfquote viele Faktoren wie etwa die Dominanz hochinfektiöser Coronavirus-Mutationen, wie die Delta-Variante sowie die Reaktion der Menschen auf steigende Infektionszahlen mit ausschlaggebend.