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Potsdam
Die Brandenburger werden mehr

Rudolf Frees, Vorstand Amt für Statistik Berlin-Brandenburg stellte die neuesten Zahlen in Potsdam vor.
Rudolf Frees, Vorstand Amt für Statistik Berlin-Brandenburg stellte die neuesten Zahlen in Potsdam vor. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Statistik-Jahrbücher geben Einblicke in das Leben im Land. Brandenburg wächst – das ist eine Botschaft 2017. Von Lassiwe

Brandenburgs Bevölkerung ist 2016 zum dritten Mal in Folge gewachsen. Ende Oktober 2016 lebten 2,493 Millionen Menschen zwischen Prignitz und Lausitz – allein in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres wuchs die Einwohnerzahl um 8500 Personen an.

Bedingt durch den Flüchtlingszustrom verzeichnete Brandenburg im Jahr 2015 sogar ein Einwohnerwachstum von 27 000 Menschen. Das geht aus dem diesjährigen Statistischen Jahrbuch des Landes Brandenburg hervor, das der Leiter des Amtes für Statistik, Rudolf Frees, und seine Mitarbeiter am Freitag in der Potsdamer Landespressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellten.

 Allerdings hat das fast 700 Seiten starke Zahlenwerk, auf dessen Umschlag das Potsdamer Schloss Sanssouci abgebildet ist, in diesem Jahr ein Defizit: Für die Bevölkerungsstatistik liegen die Daten noch nicht für das ganze Jahr 2016 vor, erklärte der zuständige Fachreferent Jürgen Paffhausen. Schuld daran trügen deutschlandweite Umstellungen im IT-Bereich.

Dennoch sei erkennbar, dass vor allem ein Zuzug von Ausländern zu dem Bevölkerungswachstum in Brandenburg führte. Ihre Zahl stieg 2016 um rund 9700 an, während die Zahl der Menschen mit deutschem Pass vor allem aufgrund von Todesfällen um rund 1200 sank. Denn in Brandenburg sterben noch immer mehr Menschen, als Kinder geboren werden: Auch wenn die bereits für das ganze Jahr vorliegende Geburtenzahl 2016 mit 20100 den höchsten Wert seit 1990 erreicht hatte, seien auch 2016 rund 9900 Menschen mehr gestorben als Kinder geboren wurden.

Die im Land vielfach geäußerten Ängste vor Überfremdung lassen sich dagegen statistisch auch weiterhin nicht belegen: Der Anteil der Ausländer an der Brandenburger Bevölkerung betrug Ende Oktober 2016 gerade einmal vier Prozent. Die stärkste Gruppe bildeten dabei die rund 16 500 Polen, gefolgt von 15 100 Syrern und 9500 Russen.

Für die in der Debatte um die Kreisgebietsreform immer wieder vorgebrachte Verteilung der Bevölkerung nach Landkreisen und kreisfreien Städten legte das Jahrbuch ebenfalls noch keine aktuellen Daten vor.

Im Jahr 2015, aus dem die neuesten Zahlen stammen, hatte es allerdings nur noch in drei Kreisen eine Abnahme der Bevölkerung gegenüber dem Jahr 2014 gegeben: Oberspreewald-Lausitz hatte 0,4 Prozent seiner Bevölkerung verloren, Elbe-Elster und Spree-Neiße jeweils 0,3. Die Einwohnerzahl der Prignitz blieb mit 77 562 konstant. In allen anderen Landkreisen gab es ein leichtes Wachstum, in der Uckermark um 0,2 Prozent, in Dahme-Spreewald um 1,6 Prozent.

Wer dagegen künftig nach Brandenburg ziehen will, muss wohl auch einen gut gefüllten Geldbeutel mitbringen: Mit 63 Euro pro Quadratmeter ist der Preis für unbebautes Bauland zwar rund 330 Euro billiger als in Berlin, wo er 2016 stolze 393 Euro betrug.

Dennoch haben die Preise für Baugrundstücke im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert erreicht, und sind im Vergleich zum Vorjahr sogar um zehn Prozent gestiegen.