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| 18:50 Uhr

Gesundheit
Cottbuser vergleichsweise selten krank

Krankheitsgrund Nummer eins: Psychische Störungen.
Krankheitsgrund Nummer eins: Psychische Störungen. FOTO: Christin Klose / dpa-tmn
berlin. Grippe, Rückenleiden, Burnout – der Krankenstand im Land Brandenburg ist weiter gestiegen. Von Benjamin Lassiwe

In der Prignitz sind die Arbeitnehmer am meisten krank gewesen. In Potsdam, Cottbus, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz sind sie dagegen am gesündesten. Das geht aus dem Länderübergreifenden Gesundheitsbericht des Jahres 2017 hervor, den Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) und Berlins Gesundheitsstaatssekretär Boris Velter in der Hauptstadt vorstellten. Erarbeitet wurde der Bericht vom Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit der Gesetzlichen Unfallversicherung und der Deutschen Rentenversicherung.

Demnach lag der durchschnittliche Krankenstand in der Prignitz im Jahr 2016 bei 6,6  Prozent. In der Uckermark betrug er 6,2 Prozent ebenso wie im Landkreis Dahme-Spreewald. In Elbe-Elster lag er bei sechs Prozent. Dagegen betrug der Krankenstand in Potsdam nur 5,1 Prozent, in Cottbus 5,5 Prozent, in Spree-Neiße 5,6 Prozent und in Oberspreewald-Lausitz 5,7 Prozent. In Berlin lag der Krankenstand bei 5,1 Prozent, dies entsprach auch etwa dem Bundesdurchschnitt, der bei fünf Prozent lag.

Die häufigsten Krankheiten in Brandenburg waren demnach „Psychische und Verhaltensstörungen“, die für rund 39,4 Prozent aller Krankschreibungen verantwortlich waren. Krebserkrankungen und Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems folgten auf den Plätzen zwei und drei. „Die Zunahme von psychischen Belastungen an nahezu allen Arbeitsplätzen ist ein ernstes Thema, dem wir uns widmen müssen“, sagte Brandenburgs Ministerin Golze. „Moderne Kommunikationstechniken machten das Arbeiten flexibler, sie führen aber auch zu mehr Arbeitsverdichtung, ständiger Erreichbarkeit und unvorhersehbar wechselnden Arbeitszeiten.“ Diese neue Freiheit dürfe nicht zulasten der Gesundheit gehen. Das Gebot der Stunde sei deswegen die Prävention, so die Ministerin. „Zur guten Arbeit gehören neben einem guten Lohn eben auch ein guter Arbeitsschutz und gute Arbeitsbedingungen.“

Am meisten waren in Brandenburg im Übrigen Angestellte aus den Bereichen der öffentlichen Verwaltung, aus dem Bereich der Bundeswehr und der Sozialversicherungen krank. Den geringsten Krankenstand hatte dagegen das Baugewerbe mit nur 5,7 Prozent und der Bereich Erziehung und Unterricht mit 5,8 Prozent.

Diese Daten sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil die Daten der privaten Krankenkassen in der Statistik nicht enthalten sind. Gutverdiener fehlen in der Statistik deswegen ebenso wie verbeamtete Lehrer oder Polizisten, die über die Beihilfe krankenversichert sind.