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Immer mehr Brandenburger schlafen irgendwie schlecht

Ursache für Schlafprobleme sind häufig Überlastung im Beruf oder ungünstige Lebensgewohnheiten.
Ursache für Schlafprobleme sind häufig Überlastung im Beruf oder ungünstige Lebensgewohnheiten. FOTO: dpa
Potsdam. Immer mehr Menschen schlafen schlecht. 82 Prozent der Arbeitnehmer fühlten sich in Brandenburg und den angrenzenden Bundesländern betroffen, ergab der Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK Brandenburg. dpa/bl

Die Zahlen beruhen auf einer repräsentativen Studie. Etwa zehn Prozent der schlecht Schlafenden berichteten von schweren Schlafstörungen (Insomnien), teilte die DAK am Donnerstag mit. Der Anteil der 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer mit Ein- und Durchschlafproblemen sei seit der Studie 2010 um fast zwei Drittel angestiegen.

Die Beschwerden müssten ernst genommen werden, sagte Anke Grubitz von der DAK-Landesvertretung in Brandenburg. "Viele Menschen kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie können ihre eigenen Batterien nicht mehr aufladen", sagte sie.

Die meisten der Betroffenen versuchten, allein mit ihren Problemen zurechtzukommen. Nur wenige ließen sich laut Gesundheitsreport ärztlich behandeln - und nur eine Minderheit melde sich beim Arbeitgeber krank. Der Anteil derjenigen, die in den vergangenen drei Monaten mindestens einmal ein Schlafmittel eingenommen hatten, erhöhte sich in dem Zeitraum von 4,8 auf 10,3 Prozent.

Ursachen für Schlafprobleme sind nach den Erkenntnissen des Gesundheitsreports auch die Arbeitsbedingungen - mit Leistungsdruck, Überstunden, Nachtschichten oder ständiger Erreichbarkeit auch nach Feierabend. Wer bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeite, steigere das Risiko, eine schwere Schlafstörung zu entwickeln, hieß es. Zu viele Menschen schauten vor dem Einschlafen Fernsehen oder beschäftigten sich mit Laptop und Smartphone, organisierten und regelten noch dienstliche Angelegenheiten.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin rät für gesunden Schlaf unter anderem, jeden Tag um dieselbe Zeit aufzustehen, nur ins Bett zu gehen, wenn man müde ist, regelmäßig Sport zu treiben, vor dem Zubettgehen auf Kaffee, Alkohol und Zigaretten zu verzichten und möglichst keinen Mittagsschlaf zu halten.

Für die Analyse wertete das Iges Institut (Berlin) Fehlzeiten von 119 000 erwerbstätigen Mitgliedern der DAK Brandenburg aus. Zudem wurden bundesweit 5000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt.