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| 16:30 Uhr

Brandenburg
Gerber geht ein bisschen auf Abstand

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD)
Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) FOTO: Jörg Carstensen / dpa
Potsdam. Brandenburgs Wirtschaftsminister hält sich bei Imagekampagne des Landes zurück.

Eine Distanzierung sollte es ganz offiziell nicht sein. Doch als sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am Donnerstag am Rande der Vorstellung der Tourismuszahlen des Landes zu der geplanten Imagekampagne äußerte, die mit ihrem Slogan „Brandenburg. Es kann so einfach sein . . . “ in den letzten Tagen erhebliche Kritik in Medien und Öffentlichkeit hervorrief, war zwischen den Zeilen spürbar, dass auch der Wirtschaftsminister von den Vorschlägen aus der Staatskanzlei nicht restlos begeistert ist.

„Wir haben eine Diskussion über die Imagekampagne“, sagte Gerber. Das Land brauche Erkennnbarkeit und Unterscheidbarkeit. „Der Tourismus hat vorgemacht, wie das geht.“ Denn die Brandenburger Tourismus-Marketing GmbH wirbt schon seit Jahren vor allem auf dem Berliner Markt sehr erfolgreich mit dem Slogan „Brandenburg. Das Weite liegt so nah.“ „Die Imagekampagne des Landes ist noch sehr am Anfang“, sagte Gerber. „Wenn es uns gelingt, damit die Außenwahrnehmung und das Image des Landes zu stärken, kann uns das im Tourismus nur nutzen.“ Doch der sonst um keinen Kommentar verlegene Minister vermied es trotz mehrfacher Nachfrage ausdrücklich, sich zu dem veröffentlichten Werbeslogan der Kabinettskampagne zu äußern. „Die Kampagne steht am Beginn eines Anfangs“, wiederholte Gerber stattdessen. Im Übrigen sei er nicht der Regierungssprecher. „Wir müssen erst einmal gucken, wie sich das Gesamttableau entwickelt.“ Vorher könne er nichts dazu sagen – und betonte noch einmal, dass er sich mit diesen Äußerungen auch nicht von der Kampagne distanzieren wolle. Lobende Worte dafür hatte er allerdings auch nicht übrig.

CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben hat dagegen bereits angekündigt, im Falle einer eventuellen Regierungsbeteiligung der CDU nach den Landtagswahlen 2019 die in der Staatskanzlei angesiedelte Landesmarketing-Kampagne überarbeiten zu wollen. „Wir brauchen eine kurze, knackige Botschaft, aber keine, bei der sich jeder fragt, was eigentlich gemeint ist“, sagt Senftleben. „Über den jetzigen Spruch der Landesregierung freut sich doch jeder Kabarettist.“