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| 02:38 Uhr

Illegale Autorennen – Berlins Polizei ratlos

Die gesperrte Tauentzienstraße in Berlin nach einem illegalen Autorennen, bei dem ein Mensch starb.
Die gesperrte Tauentzienstraße in Berlin nach einem illegalen Autorennen, bei dem ein Mensch starb. FOTO: dpa
Berlin. Trotz vieler Kontrollen gegen illegale Autorennen kann die Berliner Polizei die gefährliche Raserei kaum eindämmen und nicht verhindern. Zwar stoppte sie besonders in den vier Wochen nach dem tödlichen Autorennen am Kadewe zahlreiche Autofahrer oder zog sie aus dem Verkehr. dpa/uf

In einer allgemeinen Stellungnahme zu einer Anfrage der Grünen räumte die Polizei jedoch ein: "Sowohl die üblicherweise konspirativ sehr kurzfristig veranstalteten Rennen als auch die spontan im zufälligen Begegnungsverkehr verabredeten "adhoc"-Rennen können überwiegend nur im Ausnahmefall registriert und beweiskräftig dokumentiert werden."

Am 1. Februar starb bei einem illegalen Autorennen nahe dem Kudamm ein unbeteiligter Autofahrer. Gegen den mutmaßlichen Todesfahrer wurde am Dienstag Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Laut Polizei wurden im vergangenen Jahr insgesamt 41 entsprechende Delikte von Teilnehmern verbotener Rennen festgestellt und angezeigt. Die Polizeiwachen in Gebieten, wo es häufiger Rennen gebe, seien besonders aufmerksam und arbeiteten bei Streifenfahrten auch mit Videokameras und "Nachfahrmesstechnik". Außerdem gebe es Geschwindigkeitskontrollen mit Radar- und Lasertechnik auf bekannten Strecken.

Trotzdem stünden "kaum einsatztaktisch geeignete Maßnahmenalternativen zur Verfügung, um illegale Autorennen im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung erfolgreich und gezielt zu verhindern oder zu verfolgen", räumt die Polizei in der nachgereichten Antwort auf die Frage im Innenausschuss ein.

Auch im Kampf gegen die lautstarke Angeberei mit hochgerüsteten und getunten Sportwagen ist die Polizei fast machtlos. Diese sogenannten Profilierungsfahrten, bei denen mit aufheulenden Motoren und lauter Musik über belebte Straßen mit vielen Passanten gefahren wird, ließen sich "kaum erfolgreich verhindern", hieß es in der Stellungnahme. Der Grünen-Innenpolitiker Benedikt Lux forderte härteres Durchgreifen der Polizei. "Illegale Autorennen sind lebensgefährlich. Die Polizei muss hier deutlich stärker tätig werden als bisher."