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Ifo-Volkswirt rät Landesregierung von umstrittener Kreisreform ab

Eine Hand hält Unterlagen mit der neuen Kreisstruktur in die Kamera. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv
Eine Hand hält Unterlagen mit der neuen Kreisstruktur in die Kamera. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv
Potsdam. Der Ifo-Volkswirt Felix Rösel hat der Brandenburger Landesregierung empfohlen, die umstrittene Kreisreform aufzugeben. Die Kreisverwaltungen hätten nur einen geringen Anteil an den Kosten, sagte Rösel Antenne Brandenburg. dpa/kr

Das Projekt lasse daher nur geringe Einsparungen erwarten, bringe aber viele Menschen gegen die Politik auf und stärke populistische Parteien.

Eine Studie aus der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts kommt dem Volkswirt zufolge zu dem Ergebnis, dass die Kreisreformen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern keine Einsparungen gebracht haben. In Baden-Württemberg seien die Kosten am Ende sogar höher gewesen als vorher.

Wie die Rundschau bereits berichtet hatte, will die brandenburgische Landesregierung die Zahl der Kreise von 14 auf neun reduzieren, als kreisfreie Stadt soll nur Potsdam bestehen bleiben. Für den Süden ist ein Megakreis geplant, der die Kreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und die Stadt Cottbus umfasst. Ziel der Gebietsreform sind allerdings nicht Einsparungen, sondern eine funktionstüchtige Verwaltung auch in den kommenden Jahrzehnten. Die oppositionelle CDU plant gegen die Pläne eine Volksinitiative, auch innerhalb der SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke ist das Vorhaben umstritten.