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"Ich hätte mir andere Lösungen gewünscht"

Wolfgang Roick.
Wolfgang Roick. FOTO: privat
Herr Roick, was sind Ihre Kritikpunkte an der Kreisgebietsreform? Roick Ich hätte mir gewünscht, dass die ganze Lausitz als Energieregion in einem Kreis zusammengefasst wird, um gemeinsam die Probleme der Region angehen und die Chancen nutzen zu können. Jetzt soll die Lausitz getrennt werden.

Darüber gibt es einen großen Unmut in der Region, dies lässt sich leider nicht mehr rückgängig machen. Dass es insgesamt Reformbedarf gibt und die Verwaltungsstrukturen nach mehr als 20 Jahren einer Modernisierung bedürfen, ist klar, dazu stehe ich nach wie vor.

Sie haben sich auch immer dafür eingesetzt, dass die Forstverwaltung nicht kommunalisiert wird. Nun ist die Forstverwaltung die größte Einrichtung, die von der Funktionalreform betroffen ist...
Roick Wir müssen Teile der Landesverwaltung kommunalisieren, damit die Reform gelingt. Und die Forstverwaltung ist eben ein Teil dessen. Ich hätte mir eher eine Lösung wie in Mecklenburg-Vorpommern gewünscht.

Sehen Sie denn auch Vorteile in der Kreisgebietsreform?
Roick Wer die Finanzen der Kreisverwaltungen kennt, weiß, dass ein Teil der Mittel vom Land und ein Teil von den Kommunen kommt. In Oberspreewald-Lausitz haben wir derzeit eine Kreisumlage, die bei 48 Prozent liegt. Wenn der Einwohnerschwund in den peripheren Räumen so weitergeht oder die wirtschaftliche Lage schlechter wird, müsste die Umlage noch steigen. Daher müssen wir die Kreisverwaltungen auf breitere Schultern stellen. Und deswegen bin ich auch weiterhin dafür, dass Landkreise fusionieren. Das kommt nun und ist von Vorteil.

Ihre Fraktionskollegin Kerstin Kircheis (SPD) hat sich bei wichtigen Abstimmungen zur Kreisreform im Landtag enthalten. Was machen Sie?
Roick Die parlamentarischen Anhörungen und Beratungen über die Gesetze beginnen erst. Noch ist die Kreisgebietsreform ja nicht fertig, und vielleicht lassen sich manche Einzelheiten noch verbessern. Am Ende wird die Reform im Landtag eine deutliche Mehrheit bekommen.

Das Gespräch führte

Benjamin Lassiwe