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Politik
„Ich freue mich, wieder da zu sein“

Diana Golze steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für das Treffen der Arbeits- und Sozialminister am 6. und 7. Dezember in Potsdam.
Diana Golze steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für das Treffen der Arbeits- und Sozialminister am 6. und 7. Dezember in Potsdam. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Potsdam. Im Sommer verunglückte Brandenburgs Arbeitsministerin im Italien-Urlaub schwer. Jetzt ist sie zurück. Von Benjamin Lassiwe

Nach ihrem Unfall in den Sommerferien war sie am Montag den ersten Tag im Amt: Diana Golze (Linke), Brandenburgs Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen. Die RUNDSCHAU hat mit ihr gesprochen. Golze (42) war im August während ihres Italien-Urlaubs bei einem heftigen Unwetter von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt worden.

Frau Golze, wie geht es Ihnen heute?

Golze Es geht mir gut, ich stehe mit beiden Beinen wieder im Arbeitsleben und freue mich darüber. Natürlich ist der Kalender noch nicht so voll wie üblich, und ich werde noch schauen müssen, was geht, und wie lange es geht. Aber ich freue mich, wieder da zu sein.

Wie war der erste Tag im Amt?

Golze Heute morgen durfte ich das Dialogforum zu zwei Jahren Bündnis für Brandenburg in der Fachhochschule Potsdam eröffnen. Und dann gab es die Fahnenhissung im Innenhof des Landtags aus Anlass des Internationalen Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen“ auf Einladung der Landtagspräsidentin. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir da in diesem Jahr keinen provisorischen Mast vor dem Portal, sondern den richtigen Fahnenmast des Landtags benutzen konnten und dabei, wie immer, von den demokratischen Fraktionen im Parlament unterstützt wurden. Bei beiden Terminen bin ich sehr warmherzig empfangen worden, das hat mich wirklich gefreut.

Wie haben Sie denn während Ihrer Krankheit die Politik im Land Brandenburg wahrgenommen – zum Beispiel die Absage der umstrittenen Kreisgebietsreform?

In erster Linie habe ich das so wie jeder andere Bürger auch erlebt: Ich habe es im Radio, im Fernsehen und in der Zeitung verfolgt. Ich habe da schon wahrgenommen, wie es sich zuspitzt, bis hin zu der Anhörung im Ausschuss und der damit verbundenen Nachtsitzung. Es war fühlbar, dass da Bewegung drin ist. Dann habe ich wie viele Andere auch aus den Medien erfahren, dass es diese drastische Entscheidung gab. Aber anders war es nicht mehr zu lösen.

Man kann nicht eine so tiefgreifende Änderung der Verwaltungsstrukturen machen ohne die Unterstützung der Kommunen. Es wäre nur gegen erbitterten Widerstand möglich gewesen. Deswegen finde ich diese Entscheidung richtig und bin gespannt darauf, wie die Vorhaben nun umgesetzt werden. Ich hoffe, dass auch die kommunale Ebene bereit ist, sich darauf einzulassen, was die freiwilligen Kooperationen betrifft. Und ich hoffe, dass die Diskussionen über andere Sachthemen nicht mehr so stark überlagert werden.

Was steht denn als nächstes in Ihrem Haus an?

Golze Für uns steht dieses Jahr noch ein ganz großes Event bevor: Brandenburg ist Vorsitzland der Konferenz der Arbeits- und Sozialminister. Wir treffen uns am 6. und 7. Dezember in Potsdam – und ich freue mich sehr, dass ich diese Konferenz nun doch selber leiten kann. Denn wir haben auch einige wichtige Brandenburger Anträge auf der Tagesordnung, etwa zur Integration von Langzeitarbeitslosen. Uns geht es darum, den Arbeitsmarkt und die Sozialpolitik größer zu denken – dass Armut im Erwerbsalltag auch Altersarmut bedeutet, zum Beispiel. Eigentlich wollten wir der neuen Bundesregierung dann schon Wünsche mit auf den Weg geben, aber davon kann wohl vorläufig keine Rede sein. Es wird aber sicher eine spannende Konferenz.

In Ihrer Partei gelten Sie als mögliche Nachfolgerin von Christian Görke als Landesvorsitzendem. Streben Sie das nun an?

Golze Mir geht es jetzt erst einmal darum, Fuß zu fassen und wieder volle Power zu geben. Es wird noch eine gewisse Zeit dauern, bis ich wieder die alte Stärke erreicht habe. Über zusätzliche Funktionen denke ich wirklich nicht nach.

Mit Diana Golze
sprach Benjamin Lassiwe