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| 02:38 Uhr

Humboldt-Uni hält an Holm-Entlassung fest – Studenten protestieren

Andrej Holm verschwieg eine hauptamtliche Stasi-Mitarbeit bei seiner Einstellung.
Andrej Holm verschwieg eine hauptamtliche Stasi-Mitarbeit bei seiner Einstellung. FOTO: dpa
Berlin. Trotz der anhaltenden Studentenproteste bleibt die Berliner Humboldt-Universität (HU) bei ihrem Entschluss, den Stadtsoziologen Andrej Holm zu entlassen. "Die Entscheidung der Präsidentin steht. dpa/uf

Wir erwarten nun die Stellungnahme des Personalrates", teilte ein HU-Sprecher am Donnerstag mit. Studenten, die das Institut für Sozialwissenschaften seit Mittwochnachmittag und für unbestimmte Zeit besetzt halten, hatten eine Revision der Entscheidung gefordert - oder zumindest die Einrichtung einer neuen Stelle zu Holms bisherigem Fachgebiet.

Holms Stelle werde mit der ordentlichen Kündigung nicht wegfallen, sie sei auch vertretungsweise besetzt, erklärte der HU-Sprecher. Die Besetzung respektiere die HU als eine Form des Protests. Lehrveranstaltungen in betroffenen Räumen seien verlegt worden. Derweil forderte die Landeskonferenz der Studierendenausschüsse Regierungschef Michael Müller (SPD) auf, den "rechtlich nicht haltbaren Rauswurf" zu stoppen. Das Gremium kritisiert die geplante Entlassung Holms als politisch motiviert. Holm, der wissenschaftlicher Mitarbeiter der HU war, hatte 2005 in einem Personalfragebogen verschwiegen, hauptamtlicher Mitarbeiter der Stasi gewesen zu sein. Die Uni sah sich arglistig getäuscht. Holm will gegen seine Entlassung klagen. Er war als Folge der Stasi-Affäre als Bau-Staatssekretär zurückgetreten.