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| 07:42 Uhr

Osterbrauch
Hoffnungssträußchen für Glück und Gesundheit in Zerkwitz

In einem Gemeinderaum in Zerkwitz binden Frauen kleine Hoffnungssträuße aus Buchsbaumzweigen.
In einem Gemeinderaum in Zerkwitz binden Frauen kleine Hoffnungssträuße aus Buchsbaumzweigen. FOTO: Patrick Pleul / ZB
Zerkwitz. Aus der Lausitz sind viele Osterbräuche bekannt. Eier werden kunstvoll bemalt. Dann sind Osterreiter auf prächtig geschmückten Pferden unterwegs. Seit 21 Jahren gibt es einen weiteren Brauch: Buchsbaumsträußchen werden verschenkt.



Ein grüner Strauß aus gebundenem Buchsbaum, geschmückt mit einer weißen Schleife: Ostersonntag überreichen Osterreiter in der brandenburgischen Gemeinde Zerkwitz (Oberspreewald-Lausitz) wieder Hoffnungssträußchen an Schaulustige und Bewohner. Vor 21 Jahren wurde der Brauch der Osterreiter von der evangelischen Kirche in dem Ort wiederbelebt. Etwa 20 bis 30 Frauen und Männer sind in jedem Jahr dabei.

In der sächsischen Lausitz sind nach Angaben des Bistums Dresden-Meißen wieder etwa 1500 meist katholische Sorben unterwegs. Erwartet werden dort Tausende Schaulustige.

„In Zerkwitz tragen die Reiter die Osterbotschaft in die umliegenden Gemeinden und verteilen die gesegneten Sträuße“, sagte Regina Kunipatz, die das Binden der kleinen Geschenke durch Frauen aus dem Ort organisiert. Bis zu 15 freiwillige Helferinnen sind immer mit dabei. Im ersten Jahr seien 300 Sträuße gebunden worden, im Vorjahr seien es bereits 1200 gewesen.

„Wir rechnen damit, wieder so viele fertigzustellen“, sagte Kunipatz. „Ich hoffe es auf jeden Fall.“ Zwei bis drei Zweige werden zusammengesteckt. Um das Rohmaterial machen sich die Frauen in diesem Jahr Sorgen: Der Schädling Buchsbaumzünsler hat viele Hecken und Sträucher befallen und Blätter abgefressen.

Die Reiter bekommen nach Angaben von Kunipatz immer ein ganzes Bündel. Sie umringen hoch zu Ross die Kirche und verteilen dann die grünen Grüße. „Viele Besucher kommen extra zu uns für diesen Hoffnungsstrauß“, sagte sie. Sie sollen den Beschenkten Glück und Segen für das ganze Jahr geben. Meist werden sie im Eingangsbereich der Wohnhäuser bis zum nächsten Osterfest aufbewahrt.

Der jahrhundertealte Brauch des Osterreitens reicht wohl bis in vorchristliche Zeit zurück.

(dpa/fh)