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| 18:11 Uhr

Lausitzer Denkmalschutz-Debatte
Historische Schätze sind Lust und Frust

Der Aufschluss der Lausitzer Braunkohletagebaue wird von Archäologen begleitet. Diese Tonscherbe ist vor fünf Jahren im Tagebau Reichwalde gefunden worden. Sie ist etwa 6000 Jahre alt und einer der ältesten Belege für Keramikgefäße in der Lausitz. 
Der Aufschluss der Lausitzer Braunkohletagebaue wird von Archäologen begleitet. Diese Tonscherbe ist vor fünf Jahren im Tagebau Reichwalde gefunden worden. Sie ist etwa 6000 Jahre alt und einer der ältesten Belege für Keramikgefäße in der Lausitz.  FOTO: Leag
Cottbus. Private Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden in der Lausitz sind meist überfordert.

Die Eigentümer von geschichtsträchtigen Häusern tragen in der Lausitz oft schwer am familiären und staatlich geschützten Erbe.

Klaus Hauptvogel aus Ortrand schaut dem Verfall seines Elternhauses, das eines der ältesten Gebäude in der Kleinstadt und an der idyllischen Pulsnitz gelegen ist, täglich zu. Auf mehr als eine Million Euro haben Experten den Sanierungsaufwand des schon viele Jahre unbewohnten Hauses geschätzt. Das steht im Sanierungsgebiet der Altstadt an der viel befahrenen Hauptverkehrsader zur Stadtmitte. Die Straße ist im vergangenen Jahrhundert von der öffentlichen Hand immer höher aufgebaut worden, das Wohn- und Geschäftshaus in bester Lage ist auch deshalb unattraktiv und bisher unverkäuflich geworden.

In Lieske, dem kleinen Straßendorf am Sedlitzer See, indes ist eine bisher beispiellose Lausitzer Erfolgsgeschichte zu erzählen: Cornelia Schnippa ist wieder stolze Besitzerin eines etwa 300 Jahre alten Oberlausitzer Schrotholzhauses. Auch sie hat dem Verfall der in der Niederlausitz einzigartigen Rarität dörflicher Architektur lange schweren Herzens zusehen müssen. Die Denkmalbehörde des  Oberspreewald-Lausitz-Kreises und neugierige Studenten haben dann einen Rettungsplan mit ihr angestoßen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat das Wendische Holzblockhaus zum Denkmal in Not erklärt und ein Spendenkonto eingerichtet. Damit sind das Sichern des Gebäudes und der Wiederaufbau gelungen.

Klaus Hauptvogel kann das denkmalgeschützte Elternhaus weder erhalten noch wirklich sichern. Der Ort­rander ist Minus-Millionär. 
Klaus Hauptvogel kann das denkmalgeschützte Elternhaus weder erhalten noch wirklich sichern. Der Ort­rander ist Minus-Millionär.  FOTO: Mirko Sattler
Ein Denkmal, mit dem auch Eigentümerin Cornelia Schnippa allein völlig überfordert war, wird mit Spenden gerettet: Mit dem Oberlausitzer Holzblockhaus in Lieske wird eine Rarität historischer dörflicher Architektur der Niederlausitz restauriert. Der Kolkwitzer Zimmerer Edelbert Niedan (l.) sorgt mit dafür.
Ein Denkmal, mit dem auch Eigentümerin Cornelia Schnippa allein völlig überfordert war, wird mit Spenden gerettet: Mit dem Oberlausitzer Holzblockhaus in Lieske wird eine Rarität historischer dörflicher Architektur der Niederlausitz restauriert. Der Kolkwitzer Zimmerer Edelbert Niedan (l.) sorgt mit dafür. FOTO: Steffen Rasche
Auf der Baustelle eines Wohnhauses an der Töpfergasse in Senftenberg sind einige Tonscherben und Fliesen gefunden worden.
Auf der Baustelle eines Wohnhauses an der Töpfergasse in Senftenberg sind einige Tonscherben und Fliesen gefunden worden. FOTO: Steffen Rasche
(kw)