Die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau starten heute einen Spendenaufruf für die Opfer der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz.
Die Aktion ist eine Kooperation mit dem Landkreis Märkisch-Oderland und den Bürgermeistern von Wriezen, Golzow und Letschin. „Nach der riesigen Unterstützung, die die Menschen im Verbreitungsgebiet der Märkischen Oderzeitung und der Lausitzer Rundschau bei den Hochwassern an Oder und Elbe 1997 und 2002 erfahren haben, gibt es jetzt die Gelegenheit, sich zu revanchieren. Das unterstützen wir von Herzen“, sagte LR-Geschäftsführer Tilo Schelsky am Montag.

Bei der Bewältigung der Flut gab es bundesweite Hilfen

Vor 24 Jahren verursachten die Überschwemmungen im Juli und August schwer Schäden. In Tschechien und Polen kamen dabei 74 Menschen durch die Fluten ums Leben. Die Schäden wurden auf 3,8 Milliarden Euro in Tschechien und Polen sowie 330 Millionen Euro in Deutschland beziffert. Bei der Bewältigung der Flut und bei den Abwehrmaßnahmen in Deutschland gab es damals bundesweite Hilfe von der Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz, vielen anderen Organisationen. Das ist bei vielen Menschen in Brandenburg in Erinnerung geblieben.

Es ist ein wichtiges Zeichen aus Ostdeutschland

„Wir wissen, wie schlimm die Situation in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz ist“, sagte der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt, am Montag bei einem Treffen in Kienitz. „Es ist ein wichtiges Zeichen von Ostdeutschland, das wir nicht vergessen haben, wer uns damals geholfen hat“, sagte Schmidt weiter. Letschins Bürgermeister Michael Böttcher erklärte: „Wir Oderbrüchler sind bereit, etwas zu tun, etwas zurückzugeben.“
Der stellvertretende Bürgermeister von Neuhardenberg, Dieter Arndt, überreichte bei dem Treffen in Kienitz die ersten Spendengelder aus seiner Gemeinde. „Die Bereitschaft zum Helfen ist sehr groß“, berichtete Arndt. Erste Privatpersonen kündigten Spenden an.

Mit den Spendengeldern sollen konkrete Projekte unterstützt werden

Mit dem gesammelten Geld wollen die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau sowie die Partner aus Märkischen-Oderland konkrete Projekte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz unterstützen. Eines davon ist die Lebenshilfe in Sinzig in Rheinland-Pfalz. Dort sind in der Nacht zum Donnerstag zwölf Bewohner einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung ums Leben gekommen.
Das Behindertenwohnheim Lebenshilfe-Haus in Sinzig (Rheinland-Pfalz). Starkregen führte auch hier zu extremen Überschwemmungen. Aufgrund des schnell steigenden Wassers konnten zwölf Menschen nicht mehr vor den Fluten der Ahr gerettet werden.
Das Behindertenwohnheim Lebenshilfe-Haus in Sinzig (Rheinland-Pfalz). Starkregen führte auch hier zu extremen Überschwemmungen. Aufgrund des schnell steigenden Wassers konnten zwölf Menschen nicht mehr vor den Fluten der Ahr gerettet werden.
© Foto: Thomas Frey/dpa
„Das Wasser drang innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands der Lebenshilfe Rheinland-Pfalz, Matthias Mandos. Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des Wohnheims zu bringen. Die Wassermassen seien so rasant in das Gebäude eingedrungen, dass es keine Chance gegeben habe.
Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021