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| 06:10 Uhr

Verkehrsunfall-Statistik
Harte Strafen für Verkehrsrowdys

Potsdam. Mehr Tote auf Brandenburgs Straßen. Innenminister fordert drastische Strafverschärfung.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat deutlich härtere Strafen für Rettungsgassen-Rüpel gefordert. Wer nach einem Verkehrsunfall auf einer Autobahn die Rettungsgasse blockiere, solle künftig mit bis zu 1000 Euro zur Kasse gebeten werden, forderte der Minister bei der Vorstellung der Brandenburger Verkehrsunfallbilanz 2017 am Montag. Erst vor Kur­zem waren die Strafen von 20 Euro auf bis zu 240 Euro erhöht worden. „Ich halte das aber für deutlich nicht ausreichend“, sagte Schröter. „Das hat nicht bewirkt, was wir damit erreichen wollten.“ So berichtete Schröter von einem Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Beelitz, die am 11. Februar einen Einsatz auf der Autobahn abbrechen musste, weil die Einsatzfahrzeuge schlicht nicht durchkamen. „Das ist unerträglich“, sagte Schröter. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Rettungskräfte nicht durchkommen, weil sich Verkehrsteilnehmer nicht richtig verhalten.“ Künftig sollen Feuerwehrleute Behinderungen bei Blaulichtfahrten etwa mit dem Handy dokumentieren. „Wir werden das dann massivst ahnden“, sagte Schröter.

Auch insgesamt hat das Land Brandenburg keinen Grund, auf seine Unfallbilanz des vergangenen Jahres stolz zu sein: Mit 59 Unfalltoten pro einer Million Einwohner steht das Land bundesweit auf einem unrühmlichen Spitzenplatz. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 38 Toten, Sachsen kommt auf 36, Mecklenburg-Vorpommern auf 49. Insgesamt kamen in Brandenburg im vergangenen Jahr bei 85 370 Verkehrsunfällen 148 Menschen ums Leben. 2016 waren es noch 121. Länder Seite 4