| 02:41 Uhr

Handwerk meistert Mindestlohn

Cottbus. Ganze 34 Cent mehr pro Stunde bekommen Mindestlohnbezieher seit Jahresbeginn. "Das stellt die Firmen vor Herausforderungen", sagt Daniel Bagehorn von der Handwerkskammer in Dresden. Michèle-Cathrin Zeidler

"Denn mit der Anpassung des Mindestlohns verschiebt sich das Gehaltsgefüge in den Betrieben generell nach oben."

Die Handwerkskammern in Cottbus und Dresden beobachten daher aufmerksam die Entwicklungen. "Gelernte Fachkräfte verdienen im Handwerk deutlich mehr als 8,84 Euro. Vor allem ungelernte und gering qualifizierte Arbeitskräfte profitieren vom Mindestlohn", beschreibt Veronika Martin, Sprecherin der Handwerkskammer Cottbus, die Lage. Daher seien die Auswirkungen durch die Erhöhung auch gering. "Die gute Konjunktur und der Fachkräftebedarf haben negative Effekte über das gesamte Handwerk gar nicht erst entstehen lassen", so die Expertin weiter.

Auch im ostsächsischen Handwerk ist die aktuelle konjunkturelle Lage sehr gut. "Viele Betriebe freuen sich über volle Auftragsbücher", weiß Daniel Bagehorn. "Kommt es jedoch zu einer Verschlechterung der Konjunktur, ist das Handwerk stärker betroffen als Unternehmen der Industrie. Hier liegen Gefahren." Nicht zu unterschätzen sei außerdem der hohe bürokratische Aufwand für Betriebe im Zusammenhang mit der Erfassung des Mindestlohns, die damit für zusätzliche Kosten sorgt. "Die Einführung des Mindestlohns war in bestimmten Branchen und insbesondere in den Grenzregionen für die Unternehmen ein Kraftakt", weiß der Pressesprecher aus Sachsen. "Die Betriebe stehen im Wettbewerb mit polnischen Unternehmen, und hier gilt ein Mindestlohn von etwa 428 Euro im Monat."

Themen des Tages Seite 3