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Polizeigewerkschaft fordert:
Ruf nach schärferem Waffenrecht

„Messer werden häufig eingesetzt“, betont der brandenburgische Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke.
„Messer werden häufig eingesetzt“, betont der brandenburgische Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. FOTO: Ralf Hirschberger / dpa
Potsdam/Cottbus. Immer wieder gibt es Übergriffe mit Messern. Polizeigewerkschaft fordert härtere Strafen. Von Bodo Baumert

Nach dem deutlichen Anstieg der Gewaltkriminalität in Brandenburg und anderen Bundesländern gibt es Forderungen nach einer Verschärfung des Waffenrechts. Im Fokus: Messer. Um 400 ist die Zahl der Gewaltdelikte im vergangenen Jahr in Brandenburg gestiegen. Ein Grund: Körperverletzungen, wie sie etwa in Cottbus zwischen syrischen und deutschen Jugendlichen vorgekommen sind. Als Tatmittel wurden dabei immer wieder Messer genutzt. „Messer werden häufig eingesetzt“, bestätigt Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke.

Auch sei das Mitführen von Klingen weit verbreitet. So haben die Bereitschaftspolizisten, die Mörke Anfang des Jahres als Verstärkung nach Cottbus geschickt hat, in den ersten 14 Tagen zahlreiche Messer – sowohl bei Migranten als auch bei Deutschen – festgestellt und einkassiert.

Nun fordert die Polizeigewerkschaft Konsequenzen. „Wenn jemand ein Messer in die Schule oder Diskothek mitbringt, muss das bestraft werden“, erklärte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt. Eine entsprechende Verschärfung des Waffenrechts sei überfällig.

Die Erfahrung der Polizei zeige, dass vor allem viele junge Migranten sich mit Messern bewaffnen würden. „Es ist ein Trend, der in der Regel von jungen Arabern ausgeht, die glauben, mit einem Messer besser unterwegs zu sein, weil sie das für leicht verfügbar halten“, sagt Wendt. In Brandenburg gab es 2017 laut Polizei 1700 Fälle von Körperverletzung, bei denen Migranten als Täter beteiligt waren. Das entspricht 11,3 Prozent aller entsprechenden Fälle im Land.