ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:08 Uhr

Forschungsverbund
Grünes Licht für den Gesundheitscampus Brandenburg

FOTO: sabine hürdler - stock.adobe.co / Sabine Hürdler / fotolia
Der Startschuss für den Brandenburger Gesundheitscampus ist in Sicht. Wissenschafts- und Forschungsministerin Martina Münch hat jetzt gemeinsam mit den Präsidenten der Hochschulen und dem Sprecher eines geförderten Forschungsverbunds die Pläne für den weiteren Ausbau präsentiert. Von Hannelore Grogorick

„Mit Hilfe des Gesundheitscampus soll künftig im Land Brandenburg unter anderem an Krankheiten geforscht werden, die im Alter gehäuft auftreten“, erklärte Martina Münch. „Zudem wollen wir Modelle entwickeln, die es kranken Menschen ermöglichen, möglichst lange zu Hause zu leben und gut versorgt zu werden.“

Durch die Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Kliniken im Gesundheitscampus entstehe nicht nur ein in dieser Form einmaliges Netzwerk in Deutschland – es würden sich auch neue Chancen für die Fachkräftesicherung und die medizinische und pflegerische Versorgung im Flächenland Brandenburg sowie für die weitere Stärkung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Gesundheitsbereich ergeben. Dazu werde auch ein breites Netzwerk aus Kliniken in den Campus eingebunden. Ein Wissenschaftlicher Beirat begleite den Aufbauprozess und gebe Empfehlungen, unter anderem für die Weiterentwicklung von Forschungsschwerpunkten.

Prof. Jörg Steinbach, Präsident der BTU Cottbus-Senftenberg, zeigte sich erfreut über eine zugesagte personelle Verstärkung: „Für den Standort Senftenberg der BTU werden wir langfristig fünf zusätzlich vom Land finanzierte Professuren erhalten.“

Wie das Brandenburger Wissenschaftsministerium in einer Pressemitteilung weiter informiert, liegen mittlerweile das Forschungs- und Entwicklungskonzept und die Personalplanung vor und das Kabinett und der Landtag haben mit ihren Entscheidungen in der vergangenen Woche maßgebliche Weichen für den weiteren Aufbau des Gesundheitscampus gestellt.

Bereits im Juni 2016 haben die drei künftigen Träger-Hochschulen – Universität Potsdam, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg und Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane – einen ersten Kooperationsvertrag unterzeichnet. In der zweijährigen Pilotphase stehen und standen unter anderem die Erarbeitung und Abstimmung eines Entwicklungs- und Personalkonzeptes, einer gemeinsamen Promotions- und Habilitationsordnung sowie eines Forschungskonzepts im Fokus. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau von darauf basierenden Forschungsverbünden zum Schwerpunkt ‘Medizin und Gesundheit des Alterns‘. Zudem soll unter dem Dach des Gesundheitscampus künftig eine Fakultät für Gesundheitswissenschaften errichtet werden. Das Ziel: Die Gründung neuer innovativer Studiengänge zu aktuellen gesundheitswissenschaftlichen Themen und um neue medizinische und pflegerische Versorgungsangebote zu entwickeln. Der Vertrag dazu wird in den kommenden Wochen unterzeichnet.

Der Aufbau des Gesundheitscampus erfolgt stufenweise: Im Jahr 2016 wurde eine Geschäftsstelle in Potsdam eingerichtet, die künftig als Dekanat an eine der Trägerhochschulen wechseln soll. Im vergangenen Jahr sind die Forschungsverbünde gestartet und in diesem Jahr sollen die ersten von künftig insgesamt 16 Professorinnen und Professoren zur Berufung ausgeschrieben werden, darunter vier für die Medizinische Hochschule Brandenburg.

Dafür stellt das Land im Jahr 2017 rund 2,2 Millionen Euro, 2018 etwa 3,4 Millionen Euro und ab 2019 insgesamt 6,6 Millionen Euro jährlich bereit. Perspektivisch soll der Gesundheitscampus auch Drittmittel einwerben. Bis zur Berufung der Professoren wurden und werden die Mittel vor allem für den Aufbau von Forschungsverbünden, aber auch für den Aufbau des Gesundheitscampus mit Veranstaltungen und Workshops sowie der Geschäftsstelle verwendet.