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| 06:17 Uhr

Landwirtschaft
Von Craftbeer bis Räucherknoblauch

Auch dieses Jahr werden Huntertausende Besucher auf der Grünen Woche in Berlin, wo sich Brandenburg mit eigener Halle präsentiert, erwartet.
Auch dieses Jahr werden Huntertausende Besucher auf der Grünen Woche in Berlin, wo sich Brandenburg mit eigener Halle präsentiert, erwartet. FOTO: Rainer Jensen / dpa
Berlin . Unter dem Berliner Funkturm öffnet am Freitag die Internationale Grüne Woche – auch Brandenburg ist dabei. Von Benjamin Lassiwe

Für die Brandenburger Landwirtschaft und die Lebensmittelproduzenten ist es der Höhepunkt des Jahres: Am Freitag eröffnet in den Berliner Messehallen unter dem Funkturm die diesjährige „Internationale Grüne Woche“. Wie in den Vorjahren werden auch in diesem Jahr mehr als 400 000 Besucher zur weltgrößten Landwirtschaftsausstellung erwartet. Und die meisten von ihnen werden auf ihrem Rundgang wohl in Halle 21a vorbeikommen – denn schon traditionell ist das die Brandenburg-Halle.

75 Aussteller und 1500 Akteure auf der Bühne werden dort unter dem Motto „Ein Mahl durch Brandenburg“ die Highlights der Brandenburger Ernährungswirtschaft erleben können – etwa das Craftbeer aus dem Cottbuser Labieratorium, das sich zum ersten Mal auf der Messe präsentiert. Doch auch Spreewaldgurken, Eberswalder Würstchen, die Gastronomie der Alten Ölmühle aus Wittenberge oder der berühmte Räucherknoblauch aus Hennigsdorf sind auf der Messe wieder mit dabei.

„Bei der Messe geht es um Multi­plikatoren“, sagt Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD). „Wir wollen für regionale Produkte Werbung machen.“ Auch kontroverse Themen, etwa die Massentierhaltung oder der Wolf sollen deswegen auf der Grünen Woche angesprochen werden. „Das Tierwohl und der Tierschutz spielen immer eine Rolle“, sagt Vogelsänger. „Es ist wichtig für die Landwirtschaft, dass sie eine grundsätzliche Akzeptanz in der Bevölkerung hat.“

Kämpferischer zeigte sich der Vizepräsident des Landesbauernverbands, Heiko Terno. „Die Landwirte wollen zeigen, wofür wir stehen, und mit welcher Hingabe wir arbeiten“, sagte Terno. „Da kann der eine oder andere noch so laut mit Töpfen klappern, die Landwirte sind ganz nahe bei den Verbrauchern.“ Womit der Bauernfunktionär auf die „Wir haben es Satt“-Großdemonstration anspielte, bei der am 20. Januar mehrere Zehntausend Menschen für artgerechte Tierhaltung sowie gegen Glyphosat und Pestizide in der Landwirtschaft in Berlin auf die Straße gehen wollen (siehe Info).  Doch auch Terno will auf der Messe für den Umweltschutz werben. Der Bauernverband will an die Grüne-Woche-Besucher Blumensamen verteilen. Sie sollen für die „Blühstreifen“ werben. Mit naturbelassenen Randstreifen entlang ihrer Felder wollen die Bauern einen Beitrag etwa zum Insektenschutz leisten. Doch Blühstreifen kosten die Bauern Geld – und „Brandenburg ist das einzige Bundesland in Deutschland, in dem Blühstreifen nicht gefördert werden“, sagte Terno mit einem Seitenblick auf den Minister.

Ebenfalls auf der Messe präsent sind im Übrigen Brandenburgs Öko-Landwirte. Sie verzeichnen beachtliche Steigerungsraten: Der Gesamtumsatz des regionalen Naturkostfachhandels liegt nach Angaben von Michael Wimmer von der För­dergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg bei rund 500 Millionen Euro, was im vergangenen Jahr einem Plus von sechs Prozent entsprach. Und die Zahl der Bio-Supermärkte in der Region wuchs im vergangenen Jahr von 108 auf 118 an.