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Grüne und Leag streiten über Sulfatgrenze für Cottbuser Ostsee

Viele Muldenkipper transportieren Erde im ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord. Heute tagt der Braunkohleausschuss.
Viele Muldenkipper transportieren Erde im ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord. Heute tagt der Braunkohleausschuss. FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Cottbus. Über die Sulfatbelastung der Spree und des künftigen Cottbuser Ostsees ist auf Twitter eine Debatte zwischen den Tagebaubetreiber Leag und der bergbaupolitischen Sprecherin der Grünen in Brandenburg, Heide Schinowsky, entbrannt. Die Frage ist: Braucht es Grenzwerte? bob

Nachdem der Vattenfall-Nachfolger Leag am Donnerstag den aktuellen Stand der Baustelle für den Cottbuser Ostsee präsentiert hat, ist eine Debatte um die Flutung entbrannt. Umweltgruppen haben angesichts der am 1. November beginnenden Erörterung zur Flutung strenge Grenzwerte und Kontrollen durch die Landesregierung gefordert. Heide Schinowsky, Landtagsabgeordnete der Grünen, erklärt beispielsweise: "Um die Sulfatbelastung der Spree zu begrenzen und der drohenden Verockerung des Spreewaldes wirksam entgegenzutreten, braucht es klare Regeln." Die Bündnisgrünen sprechen sich dafür aus, bei der Ausleitung aus dem See Grenzwerte von Eisen in Höhe von 1 Miligramm pro Liter und bei Sulfat von 250 mg/l festzusetzen.

"Mit dem Cottbuser Ostsee ist ein wesentlicher Anstieg der Sulfatkonzentration in der Spree nicht zu erwarten", kontert Leag am Freitag via Twitter.

"Gut. Dann spricht auch nichts gegen die Festlegung verbindlicher Grenzwerte", erwidert Schinowsky.

"Sie wissen, dass das Spreewasser, mit dem wir fluten, schon heute einen höheren Sulfatwert hat, als sie als Grenzwert fordern", gibt Leag zu bedenken.

Forderungen gibt es auch vom Aktionsbündnis Klare Spree. "Eisenhaltige Grundwasserströme aus der Tagebaukippe gefährden auch den Spreewald als wichtigstes Natur- und Tourismusgebiet der Region. Das Land muss deshalb mit scharfen Auflagen die jahrzehntelange Beobachtung und eventuelle Gegenmaßnahmen sicherstellen. Der Steuerzahler darf weder jetzt noch später das Risiko tragen", sagt Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis.

Das Brandenburger Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) hat für den 1. und 2. November zur Erörterung der mehr als 200 Einwendungen zur Flutung des Sees in die Messehalle Cottbus eingeladen. Zuvor hat es zwei öffentlich Auslegungen des Antrages gegeben.