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Grünalgen färben Baumstämme in Berlin und Brandenburg rot

Rötlich gefärbt ist am 12.03.2015 in Berlin der Baumstamm auf dem Gelände des Pflanzenschutzamtes Berlin. Grund sind sogenannte Grünalgen, die sich auf der Rinde festsetzen. Ursache sind die warmen Temperaturen. Seit nicht mehr mit Braunkohle geheizt werde, gebe es außerdem weniger Schwefel in der Luft - das würde ebenfalls die Fortpflanzung der Grünalge fördern.
Rötlich gefärbt ist am 12.03.2015 in Berlin der Baumstamm auf dem Gelände des Pflanzenschutzamtes Berlin. Grund sind sogenannte Grünalgen, die sich auf der Rinde festsetzen. Ursache sind die warmen Temperaturen. Seit nicht mehr mit Braunkohle geheizt werde, gebe es außerdem weniger Schwefel in der Luft - das würde ebenfalls die Fortpflanzung der Grünalge fördern. FOTO: Paul Zinken (dpa)
Berlin/Potsdam. Sie heißen zwar Grünalgen, färben Baumstämme aber rostrot. Immer häufiger ist das auch an Bäumen in Berlin und Brandenburg zu sehen. Die Ursache klingt bizarr. dpa

Immer mehr Baumstämme in Berlin und Brandenburg sind rostrot gefärbt. Grund sind Grünalgen, die sich auf der Rinde festsetzen und einen eingelagerten Farbstoff haben, der die Stämme rotbraun aussehen lässt. Das Phänomen trete seit circa zehn Jahren in der Region auf und nehme stetig zu, wie eine Sprecherin des Pflanzenschutzamtes Berlin sagte. Grund für das häufige Auftreten seien wärmere Temperaturen und - bizarrerweise - die sauberere Luft. Seit nicht mehr mit Braunkohle geheizt werde, gebe es weniger Schwefel in der Luft - das fördere ebenfalls die Fortpflanzung der Grünalge.

Besonders häufig sei die Algenart „Trentepohlia umbrina“ anzutreffen, die im Deutschen „Rotbraune Fadenalge“ genannt werde. Sie beherberge einen braunen Farbstoff, der die Oberfläche verfärbe.

Die Rotbraune Fadenalge verbreitet sich den Angaben zufolge über Sporen. Anfangs sei sie nur an Apfelbäumen in Kleingartenkolonien aufgetreten, mittlerweile seien aber auch Platanen, Linden, Eichen und Birken in der Region befallen.

„Trentepohlia umbrina“ soll die betroffenen Bäume nicht schädigen. Die Grünalge sitze nur als Belag auf der Oberfläche der Rinde und sei nicht mit dem lebenden Gewebe verbunden, hieß es. Anders als Pilze könne sie sich durch Photosynthese selbst versorgen. Wasser nehme sie über die Luft und Regen auf.