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| 02:40 Uhr

Großräumige Beobachtung wegen der Geflügelpest

Bernsdorf. Die Vogelgrippe breitet sich in Sachsen weiter aus. Nach Wasservögeln sind jetzt immer häufiger auch Raubvögel betroffen. dpa/bl

Die Vogelgrippe macht vor Ländergrenzen nicht halt: Nach dem neuerlichen Fall von Geflügelpest in Bernsdorf bei Hoyerswerda erstreckt sich das Beobachtungsgebiet auch auf mehrere Gemeinden im Süden Brandenburgs. Wie die Veterinärbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz am Freitag mitteilte, sind davon die Ortsteile Hosena, die Gemeinden Hohenbocka und Grünewald sowie der Gemeindeteil Sella betroffen.

Unterdessen wurde auch bei zwei tot an der Talsperre Bautzen gefundenen Schwänen die Geflügelpest festgestellt, teilte das Landratsamt am Freitag mit. Bereits am Donnerstag war bei dem Bernsdorfer Trauerschwan das Vogelgrippevirus H5N8 bestätigt worden. Mehrere Vögel, die mit dem Schwan in einem Gehege lebten, wurden getötet. Damit soll eine Ausbreitung der Geflügelpest verhindert werden.

Auch am Cospudener See bei Leipzig wurden wieder verendete Vögel gefunden, die an der Vogelgrippe zugrunde gingen. Dabei handelte es sich den Angaben der Stadt Leipzig nach um Wildenten und einen Raubvogel. In Delitzsch wurde laut Landratsamt Nordsachsen bei einem Bussard das Virus nachgewiesen. "Somit ist wiederholt im Landkreis der Ausbruch der Wildvogelgeflügelpest amtlich festgestellt worden", hieß es.

Auch in Grenznähe in Böhmen greift die Vogelgrippe um sich. Im Zoologischen Garten in Liberec steht das Federvieh bis auf Weiteres unter Hausarrest. Mitarbeiter des Tierparks fingen Schwäne, Gänse und andere Vogelarten ein und brachten sie in ein Winterhaus. "Sie dürfen vorübergehend nicht hinausgehen", sagte Zoodirektor David Nejedlo. Nur Greifvögel und Eulen dürften in ihren Volieren bleiben. Am Wochenende war die hochansteckende Vogelgrippe bei indischen Laufenten einer Kleintierzucht am anderen Ende von Liberec (Reichenberg) nachgewiesen worden.

Weitere Kreise zieht die Vogelgripe auch in Nordbrandenburg. Am Freitag wurde der H5N8-Erreger in einem Putenmastbetrieb im Kreis Ostprignitz-Ruppin nachgewiesen. Dort wurden 4200 Tiere getötet.

Zum Thema:
Übertragungen von H5N8 auf Menschen sind bislang nicht bekannt geworden. Das Risiko einer Infektion beim Menschen gilt laut Experten als sehr gering. Dennoch empfehlen sie, dass Beschäftigte, die unmittelbaren Kontakt zu infizierten Tieren hatten, zehn Tage lang auf mögliche Krankheitssymptome in Verbindung mit H5N8 achten sollen.