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Kaum Windpockenschutz
Größte Impflücken in Spree-Neiße und in der Prignitz

Potsdam. Die Prignitz und der Landkreis Spree-Neiße sind die Schlusslichter bei Schutzimpfungen von Kindern und Jugendlichen. Das geht aus der Antwort des Potsdamer Gesundheitsministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ des Spremberger CDU-Landtagsabgeordneten Raik Nowka hervor.

Er hatte sich danach erkundigt, wieviel Prozent der Kita-Kinder, der Einschüler und der Zehntklässler über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Schutzimpfungen etwa gegen Tetanus, Keuchhusten oder Hepatitis B verfügen.

In seiner Antwort verzichtete das Ministerium darauf, die genauen Prozentzahlen jeder Impfung für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt anzugeben. „Die größten Impflücken in der Gruppe der Kleinkinder gab es in den Landkreisen Oberhavel und Spree-Neiße sowie in der kreisfreien Stadt Potsdam“, heißt es allerdings darin. In der Gruppe der Einschülerinnen und Einschüler wiesen Potsdam sowie die Landkreise Oberhavel und Prignitz die größten Lücken auf. Bei den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen seien es die Landkreise Prignitz, Havelland und Oberhavel.

Auf das ganze Land bezogen, ist es vor allem die Schutzimpfung gegen Windpocken, die Probleme macht: Bei den Zehntklässlern verfügten 2016 nur 15,2 Prozent über einen vollständigen Impfschutz. Doch auch alle übrigen Impfungen – mit Ausnhame des Schutzes gegen Masern, Mumps und Röteln – hatten in dieser Altersstufe eine Quote von unter 90 Prozent.

So waren gerade einmal zwei Drittel aller Zehntklässler gegen Diphterie und Tetanus geimpft. Bei den Einschülern und den Kita-Kindern waren dagegen fast alle Impfquoten im oberen Bereich, lediglich die noch relativ neue Schutzimpfung gegen Rotaviren hatte sich noch nicht verbreitet. Nowka forderte gegenüber der RUNDSCHAU ein stärkeres Engagement der Landesregierung gegen Impfgegner.

(iwe)