ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:34 Uhr

Potsdam
Grabsteine aus Kinderarbeit bleiben erlaubt

Potsdam. Auf Brandenburgs Friedhöfen wird es wohl auch weiterhin Grabsteine aus Kinderarbeit geben. Der Innenausschuss des Potsdamer Landtags votierte am Donnerstag mehrheitlich gegen einen entsprechenden Änderungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu der gegenwärtig im parlamentarischen Verfahren befindlichen Novelle des Brandenburger Bestattungsgesetzes. Von Benjamin Lassiwe

„Wir möchten der Kinderarbeit entgegentreten“, sagte die Grünen-Abgeordnete Ursula Nonnemacher in der Debatte.

Ein Großteil der nach Deutschland importierten Grabsteine stammt aus Ländern wie Indien oder Vietnam. Im April war eine Studie, die im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung erarbeitet wurde, vorgestellt worden: Sie kommt zu dem Schluss, dass es bei Grabsteinen aus diesen Ländern gesicherte Erkenntnisse über Kinderarbeit in der Branche gibt. In einer Reihe von Bundesländern, etwa in Bayern, wurden mittlerweile gesetzliche Regelungen getroffen, um das Aufstellen von Grabsteinen aus Kinderarbeit zu verbieten. Am Donnerstag verwies der SPD-Innenpolitiker Daniel Kurth darauf, dass das Anliegen des Antrags der Grünen zwar einsichtig sei. Man habe aber große Bedenken bei der Frage, wie man die Herkunft der Grabsteine kontrollieren solle.

Das Brandenburger Bestattungsgesetz soll am kommenden Mittwoch in zweiter und am kommenden Freitag in dritter Lesung im Landtag beschlossen werden. Zuletzt hatte es eine lebhafte Debatte darüber gegeben, ob nach dem Tod aus Teilen der Totenasche ein Diamant gepresst oder ähnliche Erinnerungsstücke angefertigt werden dürfen. Umstritten ist zudem die Frage, ab welchem Gewicht Totgeburten bestattet werden müssen. Zu beiden Punkten werden nun Gruppenanträge von Landtagsabgeordnten erarbeitet, über die in der kommenden Woche dann ohne Fraktionszwang abgestimmt werden soll.