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| 13:24 Uhr

39 Liter Regen in Welzow
Gewitter und Regen über der Lausitz

Gewitter haben am Mittwoch Teile der Lausitz erreicht. Örtliche gab es größere Regenmengen. Die Feuerwehr hatte bis zum Abend aber nur vereinzelte Einsätze zu fahren. Von Frank Hilbert und Bodo Baumert

Nichts ist offenbar beim Wetter so konstant wie die Veränderung. Das bestätigt auch Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig am RUNDSCHAU-Telefon. Hatte seine Kollegin am Montag gegenüber der RUNDSCHAU Gewitter in Brandenburg nahezu ausgeschlossen, so habe sich nun „die Prognose total verschoben“, sagt Engelmann am Morgen.

Verantwortlich dafür sei ein „Gerangel nahezu gleicher Luftmassen“. „Über Nordosteuropa befindet sich das nach Osten abwandernde Hoch ,Uwe’, das dann vom über Skandinavien befindlichen Hoch ,Vinicius’ ersetzt wird. Dagegen kämpft ein Riesentiefdrucksumpf namens ,Wilma’ über dem südwesteuropäischen Raum. Die Frage ist nun, wer sich durchsetzt“, sagt Florian Engelmann.

Es sehe aber derzeit so aus, als würde sich die deutlich feuchtere Luft gegenüber der trockenen aus Osteuropa durchsetzen, denn „feuchtwarme Luft neigt zur Gewittertätigkeit“.

Und so ist es gekommen. Seit Mittag zogen in der Südwesthälfte Brandenburgs bis in den Berliner Raum hinein Gewitter auf. „Es ist mit heftigen Gewittern und Schauern zu rechnen, bei denen stellenweise bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter in kürzester Zeit möglich sind. Auch Hagel kann dabei sein, der dann zusätzlich noch Abflüsse verstopfen könnte. Es können sogar gleich zwei Gewitter hintereinander über die Lausitz oder das Elbe-Elster-Land ziehen“, kündigte der Meteorologe an.

Nach einem ersten Durchzug in den Mittagsstunden folgte am Nachmittag eine zweite Gewitterfront, die allerdings nicht in allen Teilen der Lausitz Auswirkungen hatte. Einsätze wegen umgestürzter Bäume oder vollgelaufener Keller hatte es laut Leitstelle in Elbe-Elster und Dahme-Spreewald gegeben.

Dort, wo die Gewitter nicht nur durchzogen, sondern auch länger stehen blieben, kam es teils zu erheblichen Regenmengen. In Welzow etwa sollen laut einer lokalen Wetterstation 39 Liter runtergekommen sein. Im ganzen Monat Mai waren es bis dahin nur 20 Liter.

Wegen Unwettergefahr hat das Amt Burg im Spreewald aus Sicherheitsgründen ein Fest für Eltern und ihre Babys abgesagt. Das Treffen an einem Sportlerheim in Dissen-Striesow werde verschoben, teilte das Amt am Mittwochmittag mit. Zu dem „Babybegrüßungstag“ hatte das Amt nach eigenen Angaben Eltern mit rund 50 Babys aus umliegenden Dörfern geladen. Bei dem Fest sollte zum Beispiel über Kita-Angebote informiert werden.

Die gute Nachricht: „Wilma“ sei kein Sturmtief, sodass mit Windgeschwindigkeiten der Stärke sieben bis acht zu rechnen sei. Das entspräche 60 bis 75 Stundenkilometern.

Richtiges Verhalten bei Gewitter.

Unwetterzentrale

Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes.