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Brandenburg
Integrationsbeauftragte: Gewalt gegen Flüchtlinge alarmierend hoch

Die Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier sieht einen wachsenden Alltagsrassismus in Deutschland.
Die Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier sieht einen wachsenden Alltagsrassismus in Deutschland. FOTO: Oliver Killig
Potsdam. Als „alarmierend hoch“ hat Brandenburgs Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier die Gewalt gegen Flüchtlinge im Land angeprangert. Auch angesichts eines verbreiteten Alltags-Rassismus sei „eine anti-rassistische Bildung in Schulen“ wichtig.

„Rassismus und Diskriminierung gegenüber Migrantinnen sowie geflüchteten Menschen ist eine ernste Herausforderung und darf nicht toleriert werden“, erklärte Doris Lemmermeier am Dienstag anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Rassismus. Sie bezieht sich auf Zahlen des Vereins Opferperspektive. Demnach hat es im Jahr 2017 insgesamt 171 rechte Angriffe im Land Brandenburg gegeben. Polizei und Innenministerium wollen ihre Zahlen zur politisch motivierten Gewalt erst am Freitag vorstellen.

Lemmermeier: „Alarmierend für mich ist, dass 84 Prozent aller Taten rassistisch motiviert sind. In der Mehrzahl dieser Fälle waren Geflüchtete von den Attacken betroffen. Umso wichtiger ist der Kampf gegen Rassismus und Intoleranz – und zwar jeden Tag.“ Sie sei froh, dass es in Brandenburg Vereine wie die Opferperspektive oder die Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg gebe.

Lemmermeier warnte zugleich vor Alltagsrassismus: „Die Zuwanderung in 2015 und 2016 hat das Thema Rassismus in Deutschland und auch hier bei uns noch einmal ganz neu auf die Agenda gebracht. Vielfalt ist aber keine Gefahr, sondern eine Chance für unsere Gesellschaft.“ Angesichts der Entwicklung sei eine anti-rassistische Bildung in Schulen von besonderer Bedeutung, „um dem Fremden vorurteilsfrei begegnen zu können“.

(bob)