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| 12:12 Uhr

Nach Absage für Lehrerausbildung
Linke will sich für Berufsschullehrer-Ausbildung an BTU Cottbus einsetzen

 Die Brandenburger Landtagsfraktion der Linken will sich für eine Ausbildung von Berufsschullehrern an der BTU in Cottbus einsetzen. CDU und FDP hingegen fordern ein ordentliches Lehramtsstudium.
Die Brandenburger Landtagsfraktion der Linken will sich für eine Ausbildung von Berufsschullehrern an der BTU in Cottbus einsetzen. CDU und FDP hingegen fordern ein ordentliches Lehramtsstudium. FOTO: dpa / Bodo Schackow
Potsdam. Nachdem die Brandenburgisch Technische Universität (BTU) Cottbus vom Land eine Absage für den Aufbau von Lehramtsstudiengängen erhalten hat, will sich Brandenburgs Linke nach der Landtagswahl dafür einsetzen, dass zumindest eine Ausbildung für Berufsschullehrer gestartet wird.

Das sagte die bildungspolitische Sprecherin und Spitzenkandidatin der Linken für die Landtagswahlen Kathrin Dannenberg am Mittwoch. Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) hatte Anfang der Woche der Lehrerausbildung an der BTU eine Absage erteilt. Gleichzeitig erklärte sie aber, dass man mit der Universität über die Ausbildung von Berufsschullehrern Gespräche führe.

„In der Universität Potsdam gibt es seit rund 30 Jahren eine bewährte Struktur der Lehrerausbildung mit einer ausgezeichneten Expertise in den Bildungswissenschaften, auf die wir zielgerichtet und vor allem schnell aufbauen können“, sagte Münch gegenüber der RUNDSCHAU. Die BTU sei „zentraler Akteur“ und „dynamischer Motor der Strukturentwicklung in der Lausitz“, zudem sei ein Ausbau der Gesundheitswissenschaften geplant. „Perspektivisch wollen wir die Hochschule mit dem Aufbau eines Pharmazie-Studiengangs und einer akademischen Hebammen-Ausbildung weiter voranbringen.“

Die Linken wollen sich weiterhin für eine Berufsschullehrerausbildung in Cottbus einsetzen. Denn bundesweit werden derzeit rund 45 000 Berufsschullehrer gesucht. Zugleich warnte der Brandenburgische Berufsschullehrerverband vor einer „Katastrophe“: „Brandenburg bildet seit 1990 keine eigenen Berufsschullehrer aus“, sagte der Landesvorsitzende Thomas Pehle. Damit sei ein hausgemachter Berufsschullehrermangel  auf lange Zeit vorprogrammiert. Pehle: „Woher soll eigentlich der dringend benötigte Nachwuchs in der Lausitzregion oder in der viel zitierten Uckermark kommen, wenn nicht fachgerecht ausgebildet wird?“ Bundesweit werden an den Berufsschulen einer Studie zufolge bis zum Jahr 2030 rund 60 000 neue Lehrkräfte benötigt.

Vertreter von CDU und FDP forderten dagegen die Einführung eines ordentlichen Lehramtsstudiums. „Ich halte die BTU für besonders geeignet, Berufsschullehrer und Pädagogen für die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Technik auszubilden“, sagte der Landtagsabgeordnete Michael Schierack (CDU).

In Potsdam seien Millionen für ein neues Gebäude und für neue Professoren und Professorinnen veranschlagt. „Warum nicht in der Lausitz?“, so Schierack. Ähnlich äußerte sich der Vize-Landesvorsitzende der FDP, der Vetschauer Bundestagsabgeordnete Martin Neumann: „„Hochschulpolitik ist immer auch Strukturpolitik für Regionen.“ Im gesamten Land Brandenburg seien Lehrer gefragt.