| 02:40 Uhr

Gemeinsame Kulturstätten von Cottbus und Frankfurt?

Potsdam. Brandenburgs Kultureinrichtungen stellen sich neu auf: Auf Initiative aus Frankfurt (Oder) plant das Land derzeit die Gründung eines dezentral organisierten Landesmuseums für moderne Kunst (die RUNDSCHAU berichtete). Zudem werde überlegt, ob die Theater und Orchester etwa in Schwedt, Frankfurt (Oder) und Cottbus in einer Stiftung zusammengefasst werden könnten. las

Das bestätigte Kultusministerin Sabine Kunst (SPD) am Mittwoch im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Potsdamer Landtags. Ein Zusammengehen des Cottbuser Dieselkraftwerks, des Museums Junge Kunst in Frankfurt (Oder) und der Sammlung für DDR-Kunst in Beeskow sei schon in der kulturpolitischen Strategie des Landes von 2012 angedacht worden.

"Es gibt aus den Institutionen heraus einen Vorschlag, die Kräfte zu bündeln", sagte Kunst. Dies werde in Zusammenarbeit mit den kreisfreien Städten und den Kultureinrichtungen diskutiert, und vom Ministerium begleitet. "Wie sich die einzelnen Teile dieses dezentralen Landesmuseums in der Zukunft profilieren, ist eines der Arbeitsthemen", so Kunst. Es soll aber kein zentraler Museumsstandort zulasten der anderen Standorte geschaffen werden. Ein Konzept für das Landesmuseum soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Ebenfalls in Frankfurt (Oder) sei die Idee entstanden, auch bei den Theatern im Vorfeld der Kreisgebietsreform die Kräfte zu bündeln. Nach einer solchen Reform werde es auch eine Anpassung der Kulturförderung durch die Städte geben, so Kunst. "Diese Überlegungen stecken aber noch ganz in den Kinderschuhen", betonte die Ministerin. Denkbar wäre etwa eine Form der Stiftung, wie sie in Form der Brandenburger Kulturstiftung in Cottbus bereits "gut funktioniert". "Da gibt es ein Modell der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Land", so Kunst. Während sich die Elsterwerdaer Landtagsabgeordnete Anja Heinrich (CDU) in diesem Zusammenhang für eine Anhörung der betroffenen Einrichtungen im Landtag aussprach, erklärte der Linken-Politiker René Wilke aus Frankfurt (Oder), dass in seiner Heimatstadt viele lokale Akteure schon sehr lange und mit großem Wohlwollen an solch einer Idee arbeiteten, zumal die Stadt angesichts der Haushaltslage gezwungen sein könnte, sich im Mai aus der Finanzierung des Staatsorchesters Frankfurt (Oder) zurückzuziehen.