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| 16:58 Uhr

Auch immer mehr unerlaubte Lagerfeuer
Gemein: Unbekannte brennen Klein Kölziger Osterfeuer vorzeitig ab

 Symbolbild Osterfeuer.
Symbolbild Osterfeuer. FOTO: Fotolia
Klein Kölzig/Cottbus. Jetzt dürfen die Klein Kölziger wieder von vorne anfangen: Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag den schon fürs Osterfeuer vorbereiteten Holzhaufen abgebrannt. Außerdem beschäftigen unerlaubte Feuerchen permanent die Feuerwehren.

Es war schon das ganze Holz aufgeschichtet und alles vorbereitet für das Osterfeuer in Klein Kölzig. In der Nacht zum Sonntag haben nun Unbekannte gegen 1.30 Uhr den aufgeschichteten Holzhaufen in Brand gesteckt. Und damit verderben sie nicht nur den Klein Kölzigern die Stimmung, sondern sie machen der Feuerwehr auch unnötige, zusätzliche Arbeit. Drei Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehren aus Klein Kölzig und aus Groß Kölzig mussten ausrücken, um das vorzeitige Osterfeuer zu löschen.

Dass Leute meinen, die Osterfeuer schon vorher in Brand stecken zu müssen, ist laut Leitstelle Lausitz bereits seit Jahren ein Phänomen, das erfahrungsgemäß immer häufiger werde, je näher Ostern rückt. Neben der Tatsache, dass dafür Feuerwehrkräfte immer wieder ausrücken müssen, kommt noch etwas anderes dazu: Das Beschaffen des Holzes dauert meist Wochen. In sehr kurzer Zeit ein neues Osterfeuer aufzustapeln, ist meist nicht zu schaffen.

Dann in kurzer Zeit brennbares, neues Holz für das Aufschichten eines neues Osterfeuers zu bekommen, ist alles andere als leicht. „Alljährlich wird das Osterfeuer vom Jugendclub organisiert. Nach wochenlanger Holzbeschaffung und Aufräumen im Wald ist dieses Fest dann ein Highlight im Dorf“, heißt es auf der Internetseite von Klein Kölzig. Das lässt erahnen, wie viel Aufwand dahinter steckt.

Ein großes Lagerfeuer im Garten ist tabu

Neben Unbekannten, die meinen, die aufgeschichteten Osterfeuer vorzeitig anzünden zu müssen, bereitet den Feuerwehren - und das auch Jahr für Jahr wieder - noch etwas anderes viele Probleme: unerlaubte kleine (Lager)Feuerchen. So musste die Cottbuser Feuerwehr Samstagnacht 22.14 Uhr ausrücken, weil Anwohner im Ortsteil Saspow meinten, ein Feuer wahrgenommen zu haben.

Wie sich schließlich herausstellte, wollten ein paar Cottbuser ihrem spätabendlichen Zusammentreffen mit einer Fackel ein bisschen Feuerscheinromantik verpassen. Ein vermeintlicher „Gebäudebrand Groß“ in der Siedlungsstraße in Burg (Spreewald) am Samstagabend gegen 21 Uhr entpuppte sich als Lagerfeuer. Zehn Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mussten für das falsche Feuer ausrücken.

Fakt ist: ein großes Lagerfeuer oder Osterfeuer zu machen, ist in Brandenburg nicht erlaubt. Wer dagegen verstößt, gegen den kann ein Bußgeld verhängt werden. Übrigens: Das private Verbrennen von Gartenabfällen ist ausnahmslos verboten. Solche Abfälle müssen an den entsprechenden Sammlungsstellen entsorgt werden.

Kleine Feuer sind zulässig

In einem Faltblatt zum Thema vom Brandenburger Landesumweltministerium heißt es: „Genehmigungsfrei sind nur kleine Feuer. Daher darf die Größe des Holzhaufens im Durchmesser und in der Höhe einen Meter nicht übersteigen. Das Feuer sollte so unterhalten werden, dass die Flamme möglichst klein bleibt.“ Weiter heißt es dort, dass sichergestellt werden müsse, dass bei starkem Wind, starkem Funkenflug und bei stärkerer Rauchentwicklung das Feuer sofort gelöscht werden könne. Ein Schutzstreifen aus Sand oder Steinen um die Feuerstelle, sei ebenfalls sinnvoll.

Auch in der Stadt Cottbus sind kleine Feuer, auf der Terrasse etwa, erlaubt: „Ausgenommen vom Verbrennungsverbot sind kleine Feuer im Terrassen- oder Aztekenofen mit stückigem, trockenem, naturbelassenem Scheitholz, das ca. zwei Jahre luftgetrocknet wurde“, heißt es auf der Homepage der Stadt. Kleine Feuer können aber auch verboten sein. In Gebieten mit zu hoher Feinstaubbelastung und einer Überschreitung der Grenzwerte ist dann auch das kleine Feuerchen auf der Terrasse tabu.

Geldbußen von bis zu 20000 Euro möglich

Im Wald sind Feuer generell verboten. Der Abstand eines Feuers zum Wald muss mindestens 50 Meter, bei selbstgenutzten Grundstücken in Waldnähe mindestens 30 Meter betragen, so das Ministerium. Je höher die Waldbrandgefahr ist, desto sinnvoller ist es, den Abstand zu vergrößern. Aktuell herrschen in allen Landkreisen Brandenburgs die Waldbrandstufen 3 (mittlere Gefahr) oder 4 (Hohe Gefahr). Die höchste Stufe ist 5.

Wer gegen die Vorgaben verstößt, für den kann es richtig teuer werden. Nach Landesrecht können in diesem Fall Geldbußen bis zu 20 000 Euro verlangt werden.