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| 18:52 Uhr

20 Millionen Euro Fördergelder
Geldspritze für Lausitzer Krankenhäuser

Brandenburger Krankenhäuser dürfen sich über zusätzliche finanzielle Zuschüsse aus dem Nachtragshaushalt des Bundes freuen. Viele Kliniken wollen das Geld im Bereich Digitalisierung verwenden.
Brandenburger Krankenhäuser dürfen sich über zusätzliche finanzielle Zuschüsse aus dem Nachtragshaushalt des Bundes freuen. Viele Kliniken wollen das Geld im Bereich Digitalisierung verwenden. FOTO: Fotolia / fotolia/ViennaFrame
Cottbus. Der Bund hat Zuschüsse für die Modernisierung von Brandenburgs Krankenhäusern beschlossen. Für die Region Lausitz-Spreewald sind rund 4,6 Millionen Euro vorgesehen. Viele Kliniken wollen das Geld für die Digitalisierung verwenden. Von Jenny Theiler

In diesem Jahr stehen im Bundeshaushalt 100 Millionen Euro für die Krankenhausförderung bereit, wie Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) bestätigt hat. Das sind rund 25 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. „Durch die Gelder wird die Investitionspauschale aufgestockt“, sagt Antje Schroeder vom Gesundheitsministerium.

Laut Koalitionsvertrag ist für die aktuelle Legislaturperiode eine Förderung von Krankenhausinvestitionen in Höhe von mindestens 80 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Die zusätzlichen 100 Millionen stammen aus dem Nachtragshaushalt 2018. Zudem wird das Land seit 2017 und bis 2020 mit rund 15 Millionen Euro Fördermitteln vom Bund unterstützt.

53 Krankenhäuser in fünf Versorgungsgebieten profitieren von den für das Land Brandenburg zugedachten 20 Millionen Euro. Den elf Kliniken im Versorgungsraum Lausitz-Spreewald stehen durchschnittlich rund 418 000 Euro zu. Die genaue Verteilung der Fördergelder ist bisher noch nicht festgelegt worden.

Eine Entscheidung darüber, worin das Geld investiert werden soll, haben die meisten Krankenhäuser nach eigenen Aussagen bisher noch nicht getroffen. „Wir freuen uns natürlich sehr über die Fördergelder, aber wofür wir das Geld zuallererst einsetzen, wissen wir noch nicht konkret“, sagt Ragnhild Münch vom Klinikum Dahme-Spreewald aus Lübben. „Natürlich wird immer Geld für dieses oder jenes Projekt benötigt. Die Prioritäten werden wir zeitnah diskutieren“, so die Pressesprecherin aus dem Spreewald-Klinikum.

Das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus (CTK) hat hingegen schon konkretere Pläne. „Wir wollen die elektronische Patientenakte optimieren“, erklärt CTK-Sprecherin Susann Winter. „Die Patientendaten sollen demnächst überall von jedem Arzt im Haus abgerufen werden können“, so Winter.

Zudem soll die elektronische Patientenakte um die Kategorien Patientenmobilität, Medikamente und Pflegemaßnahmen erweitert werden. Momentan nimmt der Grad der Digitalisierung in der Medizin kontinuierlich zu. „Auf die Krankenhäuser wird in den kommenden Jahren noch einiges zukommen“, so Susann Winter.

Mit über 30 000 Patienten pro Jahr gehört das CTK zur kritischen Infrastruktur. Das bedeutet, dass mit der medizinischen Digitalisierung auch in IT- und Datenschutz investiert werden muss. „In den kommenden fünf Jahren werden wir noch rund elf Millionen Euro benötigen, um die Digitalisierung effektiv umsetzen zu können“, sagt Susann Winter. „Damit gewährleisten wir ein schnelleres und besseres Arbeiten, wovon  dann vor allem die Patienten profitieren.“

Diese Ansicht teilt auch Hans-Ulrich Schmidt von der Lausitz Klinik Forst: „Wir haben im Bereich medizinische Digitalisierung schon viel getan, und darin investieren wir konsequent weiter“, so der Geschäftsführer der Klinik. „Dieses Geld kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und wird sinnvoll eingesetzt, denn es erreicht nicht nur die Kollegen, sondern in erster Linie die Patienten“, erklärt der Klinikgeschäftsführer.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Investition in einen mobilen Magnetresonanztomografen (MRT) für die Lausitz Klinik. Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam konnte bereits dieses Jahr eine  mobile Radiologiestation präsentieren. Mit einem MRT auf Rädern können vor allem Patienten in ländlichen Gegenden versorgt werden, was für die Lausitz einen enormen medizinischen Fortschritt bedeuten würde. Für diese Anschaffung werden vermutlich Ausgaben im sechsstelligen Bereich benötigt. „Diesbezüglich kooperieren wir auch schon mit den Kollegen in Potsdam, die bereits mit mobilen Diagnosen Erfahrung haben“, so Hans-Ulrich Schmidt.

Eine modernere Klinikausstattung liegt auch dem Klinikum Niederlausitz in Senftenberg am Herzen. „Wir freuen uns über die Aufstockung der Fördermittel seitens des Landes Brandenburg. Wir können damit weitere notwendige Investitionsvorhaben umsetzen, die aufgrund der zu geringen Ausstattung der Krankenhäuser mit Fördermitteln in der Vergangenheit zurückgestellt worden sind“, sagt Daniela Graß, Leiterin der Stabsabteilung Öffentlichkeitsarbeit und Gesundheitsförderung in Senftenberg. Darüber hinaus solle auch in Zukunftsthemen wie Digitalisierung investiert werden

Der Freistaat Sachsen erhält aus dem Krankenhausstrukturfonds zusätzlich 25 Millionen Euro, die zur Hälfte aus den Mitteln des Nachtragshaushalts bestehen und zur andern Hälfte aus Landesmitteln, wie das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) informiert. Das zusätzliche Fördergeld vom Bund in Höhe von rund 13 Millionen Euro soll vorrangig für die Zusammenlegung von stationären Versorgungskapazitäten eingesetzt werden.

„Es geht uns um die Konzentration der Krankenhauslandschaft. So wollen wir Schließungen von Gesundheitseinrichtungen verhindern“, erklärt Jörg Förster, Pressesprecher des SMS.

Krankenhäuser in einwohnerschwachen Gegenden sollen nicht geschlossen, sondern zu Erstversorgungseinrichtungen oder Polikliniken umstrukturiert werden. So wurde bereits mit den Krankenhäusern in Mittweida und Rochlitz verfahren. Welche Einrichtungen in Nordsachsen betroffen sind und ob das Fördergeld direkt an die Krankenhäuser geht, ist bisher noch nicht bekannt.