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| 06:22 Uhr

Schwierige Personallage
Geht Brandenburger Feuerwehr bald die Puste aus?

 (Symbolfoto) Feuerwehruniformen hängen in einer Freiwilligen Feuerwehr.
(Symbolfoto) Feuerwehruniformen hängen in einer Freiwilligen Feuerwehr. FOTO: Patrick Pleul
Potsdam. Die Feuerwehren in Brandenburg stehen nach Ansicht des Landesfeuerwehrverbands wegen gestiegener Herausforderungen und wenig Personal vor großen Problemen.

„Wir sind, wenn das so weitergeht, an der absoluten Belastungsgrenze“, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Werner-Siegwart Schippel, der Deutschen Presse-Agentur. An manchen Stellen sei die Tageseinsatzbereitschaft nicht gewährleistet und Feuerwehren müssten zusammengezogen werden. „Das wird definitiv schwieriger.“

In der vergangenen Woche wurden viele Feuerwehren mit der Bekämpfung von Waldbränden in Anspruch genommen. Der Feuerwehrpräsident nennt als Herausforderungen auch den zunehmenden Straßenverkehr und den Umgang mit technischen Veränderungen bei Bränden wie Solardächer.

In Brandenburg gibt es nach Angaben des Innenministeriums knapp 39 000 freiwillige Feuerwehrleute und fast 700 hauptamtliche Kräfte in fünf Berufsfeuerwehren. Dazu kommen laut Verband 300 Kräfte in 13 hauptamtlich besetzten freiwilligen Feuerwehren. Grob geschätzt verliert Brandenburg laut Ministerium etwa 900 Feuerwehrkräfte im Jahr.

Hoffen auf neues Gesetz

Der Landesfeuerwehrpräsident hofft auf eine leichte Entspannung, wenn das geplante neue Brand- und Katastrophenschutzgesetz umgesetzt wird. Im Entwurf ist zum Beispiel die Anhebung der regulären Altersgrenze von 65 auf 67 Jahre vorgesehen. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte zudem erklärt, das Land wolle die Feuerwehr von Aufgaben entlasten, für die andere zuständig seien, wie etwa die Beseitigung von Ölspuren. Doch der Präsident sagt: „Die Probleme jetzt auf einen Schlag zu lösen, wird überhaupt nicht möglich sein.“

Die Enquete-Kommission des Landtags, die ihren Abschlussbericht am Montag vorgelegt hat, empfiehlt für die freiwilligen Feuerwehren in Brandenburg eine Konzentration auf die Grundaufgaben und eine Verstärkung der hauptamtlichen Kräfte.

Zu wenig Personal, immer mehr Einsätze

Auch die Cottbuser Feuerwehr hat mit Problemen zu kämpfen. Durch unvorhergesehene Abgänge und unbesetzte Stellen bei Rettungsdienst und Leitstelle könnte den Kameraden derzeit die vorgeschriebene maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nicht immer garantiert werden. Bei der Feuerwehr in Calau ist die künftige Finanzierung ein großes Problem. Denn die Stadt hat ein großes Haushaltsdefizit. Doch ohne Investitionen in die Ausstattung steht die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr auf dem Spiel. Auch in Uebigau-Wahrenbrück fehlt es für eine funktionsfähige Freiwillige Feuerwehr in jedem Ortsteil an Ehrenamtlern.

(dpa/lsc)