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Gegner der Massentierhaltung lassen sich einsperren

Zwei Schweine
Zwei Schweine FOTO: Maurizio Gambarini (dpa)
Potsdam. Einen „Aufstand gegen Massentierhaltung“ haben mehrere Bürgerinitiativen am Dienstag in Brandenburg ausgerufen. Einige wollen sich dafür sogar einsperren lassen. bob

Über 100 000 Brandenburger haben im vergangenen Jahr beim Volksbegehren gegen Massentierhaltung unterschrieben. Die Aktion endete in einem Kompromiss mit der Landesregierung, der einigen Bürgerinitiativen nun aber offenbar nicht mehr ausreicht. Sie wollen mehr und starten eine neue neue Kampagne unter dem Motto "Aufstand gegen Massentierhaltung".

"Unsere politische Vertretung schert sich anscheinend nicht um den Willen des Volkes, das die Negativwirkungen riesiger Tierhaltungsanlagen auf unsere Gewässer, Luft- und Bodenqualität sowie auf das Klima gründlich satt hat", heißt es in dem Aufruf zu der neuen Kampagne. "Anstatt das Ruder noch herumzureißen und den Ausverkauf unserer heimischen Landwirtschaft an Großagrarier, für die ein fühlendes Tier lediglich eine Ware ist, zu stoppen, dient sie sich ihnen an", so Sybilla Keitel, eine der Sprecherinnen des Bündnisses.

Mit dabei ist auch die Bürgerinitiative "Saustall Wadelsdorf" aus dem Spree-Neiße-Kreis. Sprecherin Carola Freitag: "Brandenburg wird immer mehr zum stinkenden Hinterhof Deutschlands - und das auch noch mit Unterstützung der Landesregierung. Wir lassen es uns nicht bieten, dass Agrarminister Jörg Vogelsänger die Brandenburger Unterzeichner des Volksbegehrens derart schlecht behandelt."

Zum Auftakt ihrer Kampagne wollen die Initiativen am Sonntag ab 14 Uhr ein "ungeprobtes Konzert" auf dem Luisenplatz in Potsdamgeben. "Als Requiem für die geschundenen Tiere", so die Ankündigung.

Als Voraktion wollen sich bereits am Samstag einige Aktivisten für zehn Stunden in Schweine-Kastenstände einsperren lassen. "In Schweinezuchtanlagen müssen Sauen nicht nur zehn Stunden, sondern vier Wochen und länger in Kastenstände verbringen. Diese sind so eng, dass die empfindsamen und neugierigen Tiere sich darin noch nicht einmal umdrehen, geschweige denn ein paar Schritte gehen können. Es treibt sie zur Verzweiflung und Apathie. Es ist grauenhaft", erklärt Carola Freitag.