Das Land Brandenburg erinnert mit einem zentralen Gedenken in Schwedt an den Tag des Mauerfalls am 9. November 1989. Damit wird auch an ein besonderes Kapitel der DDR-Vergangenheit in der Stadt an der Oder erinnert: Dort befand sich ab 1968 das einzige Militärgefängnis der DDR.
Wie die Landtagsverwaltung in Potsdam mitteilte, werden am 9. November die Menschen gewürdigt, die zum Sturz des SED-Regimes beigetragen hatten. Zugleich soll an das Leid und Unrecht erinnert werden, das den Häftlingen im Schwedter Militärgefängnis angetan wurde. An der Gedenkveranstaltung in den Uckermärkischen Bühnen in Schwedt nehmen der Ankündigung zufolge unter anderem Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) teil. Außerdem wird es auf dem Gelände des ehemaligen Militärgefängnisses eine Lesung aus Zeitzeugenberichten und eine Führung geben.

Haft in Schwedt ohne Urteil

Soldaten und Offiziere der Nationalen Volksarmee (NVA) in der DDR waren in dem Gefängnis auch ohne Urteil inhaftiert worden. Bis zu drei Monate konnten sie nur auf Befehl ihrer Kommandeure in eine Disziplinarkompanie versetzt werden.
Zwischen 1982 und 1990 wurden rund 800 Personen inhaftiert – wegen Befehlsverweigerung und Fahnenflucht, aber auch wegen „staatsfeindlicher Hetze“ gegen die DDR. Am 26. April 1990 wurde der letzte Militärstrafgefangene entlassen, die Einrichtung dann Ende Mai 1990 geschlossen.

9. November steht auf für grausame NS-Pogrome 1938

Das Datum 9. November steht auch für die grausamen NS-Pogrome 1938. Damals wurden überall in Deutschland Synagogen und jüdische Einrichtungen verwüstet, Juden angegriffen, ermordet oder verschleppt. Zahlreiche Kommunen organisieren Gedenken an die Opfer.
Auch die Gedenkstätte Sachsenhausen und die Stadt Oranienburg erinnern an das unermessliche Leid. Dabei gedenken Christen und Juden gemeinsam der Opfer der Pogromnacht. Das Konzentrationslager Sachsenhausen etwa 35 Kilometer nördlich von Berlin wurde am 22. und 23. April 1945 durch sowjetische und polnische Soldaten befreit.