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| 14:59 Uhr

Sicherheitsgipfel
Fußballfans greifen Polizisten an

 Verletzte Polizisten am Rande von Fußballspielen? Brandenburger Sicherheitsbehörden sehen hier einen neuen Trend.
Verletzte Polizisten am Rande von Fußballspielen? Brandenburger Sicherheitsbehörden sehen hier einen neuen Trend. FOTO: dpa / Ina Fassbender
Potsdam. Brandenburgs Polizei registriert einen neuen Trend zur Gewalt im Sport. Gewaltbereite Fußballfans würden gezielt Polizisten und Absperrkräfte angreifen. Von Bodo Baumert

Brandenburgs Sicherheitsbehörden registrieren einen neuen Trend zur Gewalt unter Fußballfans. Von „gezielten Angriffen auf Polizisten“ spricht etwa Polizeivizepräsident Roger Höppner. Das sei eine neue Qualität, berichtet auch Polizeisprecher Thorsten Herbst vom Präsidium in Potsdam.

Zwei Vorfälle in Babelsberg

Anlass für die Einschätzung sind zwei Spiele im vergangenen Herbst, bei denen erstmals gewaltbereite Fans direkt auf Bereitschaftspolizisten oder Absperrkräfte losgegangen sind. Statt Absperrungen zu umgehen sei gezielt die Eskalation gesucht worden. Konkret geht es laut Herbst um Ereignisse am Rande der Spiele des SV Babelsberg gegen Altglienicke beziehungsweise Babelsberg gegen BFC Berlin. „Das geht gar nicht“, sagt Herbst.

Zusammenarbeit mit Vereinen funktioniert

Ausgewertet wurden die Ereignisse beim alljährlichen Fußballsicherheitsgipfel, der in dieser Woche in Potsdam stattgefunden hat. Neben Polizei und Behörden nahmen auch Vertreter der Fußballverbände, der Vereine und Kommunen daran teil. „Die ganzjährige enge Zusammenarbeit aller Beteiligten hat sich in der vergangenen Saison bestens bewährt“, bilanziert Polizeivizepräsident Höppner. Die Zahl der Vorfälle rund um den Fußball sei zurückgegangen. „Im Rahmen der Landespokalspiele waren erstmalig gar keine Vorkommnisse zu verzeichnen“, so Höppner. 70 Straftaten wurden bei polizeilich relevanten Fußballspielen festgestellt, insbesondere im Bereich von Beleidigungen und Sachbeschädigungen, informiert die Polizei. Das sind zwölf Vorfälle mehr als in der Vorsaison.

Mehr rechtsextreme Straftaten

Zwölf Personen wurden bei den Fußballeinsätzen im Lauf der Saison 2018/19 leicht verletzt. Deutlich gestiegen ist die Zahl rechtsextremer Straftaten, von vier (Saison 2017/18) auf neun. Vor allem Fans des FC Energie Cottbus waren in diesem Zusammenhang auffällig geworden.

Die Polizei will die Erkenntnisse des Gipfels von Potsdam nun für ihre weitere Arbeiten umsetzen. Prävention und Einsatztaktik würden entsprechend ausgerechnet, hieß es am Donnerstag. Alle Teilnehmer des Gipfels seinen sich einig gewesen, „dass Extremismus und Gewalt mit allen Mitteln Einhalt geboten werden muss“, so Höppner.