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Fünf Gründe, warum der Lausitzkreis eine gute Idee ist

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Cottbus. In der Debatte um die Kreisreform in Brandenburg kochen die Emotionen hoch. Vor allem aus der Lausitz hagelt es Kritik, weil Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße mit der Stadt Cottbus zu einem Lausitzkreis fusioniert werden sollen. Aber ist die Idee wirklich so schlecht? Die RUNDSCHAU hat fünf Gründe, warum der Lausitzkreis in Wahrheit eine gute Idee ist. Bodo Baumert

Identifikation: Ein künftiger Lausitzkreis aus Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Cottbus wäre kein Kunstprodukt wie so viele andere Landkreise, die bei Gebietsreformen in Ostdeutschland in den vergangenen Jahren entstanden sind. Die Lausitz hat eine gemeinsame Identität, arbeitet bereits jetzt in vielen Themen zusammen. Man kennt sich eben aus dem alten Bezirk Cottbus.

Ein Kreis, eine Stimme: Wenn der Lausitzkreis kommt, ist endlich Schluss mit Kunstprodukten wie "Energieregion", "Innovationsregion", "Lausitzrunden" und ähnlichem. Gemeinsame Lobby-Arbeit müsste nicht mehr künstlich auf die Beine gestellt werden, sie wäre durch den gemeinsamen Kreis automatisch gegeben. Das kann gerade bei den Verhandlungen mit dem Bund zur Finanzierung des Strukturwandels nach der Kohle ein entscheidender Vorteil sein.

Das kleinere Übel: Vor allem für Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz ist der Lausitzkreis die bessere Alternative zu einer Fusion mit Teltow-Fläming. In einem solchen "Tortenstück" des Brandenburgkuchens rund um Berlin würde der arme Süden immer den Kürzeren ziehen. Im Speckgürtel, wo die Bevölkerung wächst, müssen Schulen und Kitas gebaut werden. Wie viel Geld wird in den jeweiligen Budgets des Kreises dann wohl für kaum frequentierte Schulen und Kitas in Elbe-Elster bleiben? Ähnlich könnte es in einem Großkreis aus LDS, SPN, Cottbus aussehen.

Politisches Gewicht: Mit rund 300 000 Einwohnern stellt der Lausitzkreis im künftigen Gebilde Brandenburg eine Macht dar. 300 000 Einwohner und potenzielle Wähler wird eine Landesregierung in Potsdam nicht so einfach ignorieren können - egal ob der Lausitzkreis nun eine Anbindung zum Speckgürtel hat oder nicht. Wenn es der Lausitz gelingt, geeint in Potsdam aufzutreten, hat sie weitaus bessere Chancen als in ihrer derzeitigen Kleinstaaterei.

Finanzausgleich: Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat in der RUNDSCHAU angekündigt, dass es einen "Finanzausgleich" der Landkreise geben soll. "Die Kreise ohne Berlinanschluss sollen begünstigt werden", kündigt Woidke an. Tritt das ein, wäre ein Lausitzkreis, in dem alle gleich arm sind, weitaus besser in der Lage, das Geld so zu verteilen, dass es der gesamten Lausitz zu Gute kommt. In allen anderen Fusionsvarianten mit den begüterten Speckgürtelkreisen drohen hingegen immer politische Mehrheiten gegen den Süden.