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| 15:43 Uhr

Cottbuser Schulen schicken Schüler nach Hause
„Friederike“ fegt über Brandenburg

Ein Verkehrsschild ist am 18.01.2018 auf der Bundesstraße 7 bei Erfurt (Thüringen) durch das Sturmtief «Friederike» auf ein Auto gestürzt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Durch den Unfall kommt es zu einer Vollsperrung.
Ein Verkehrsschild ist am 18.01.2018 auf der Bundesstraße 7 bei Erfurt (Thüringen) durch das Sturmtief «Friederike» auf ein Auto gestürzt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Durch den Unfall kommt es zu einer Vollsperrung. FOTO: WichmannTV / dpa
Brandenburg. Mit schweren Böen und heftigem Regen ist Sturmtief „Friederike“ in Teilen Deutschlands angekommen. Mindestens ein Mensch ist bisher ums Leben gekommen. Die Deutsche Bahn stellt den Fernverkehr wegen des Orkans ab sofort bundesweit ein. Züge, die noch unterwegs sind, sollten aber soweit möglich bis zum Ziel fahren, sagte ein Bahnsprecher. In Teilen von Cottbus kam es am Nachmittag zu einem Stromausfall. Auch, wenn nach aktuellen Informationen vom Deutschen Wetterdienst Friederikes Besuch in Brandenburg nicht derart heftig ausfällt wie in anderen Bundesländern - Schulen in der Region haben ihre Schüler aus Sicherheitsgründen schon längst nach Hause geschickt.

In anderen Teilen Deutschlands gab es ebenfalls Einschränkungen. Auch der Flugverkehr war stellenweise von dem Sturm betroffen. In einigen Bundesländern fiel der Schulunterricht aus. Im Westen Deutschlands und auf dem Brocken im Harz wehte der Wind am Donnerstagvormittag besonders heftig, teils mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Auf einem Campingplatz am Rhein bei Emmerich wurde ein 59-Jähriger von einem Baum erschlagen. Er sei sofort tot gewesen. Mehrere Menschen wurden von umstürzenden Stämmen verletzt.

Der Wetterdienst warnte vor entwurzelten Bäumen und herabstürzenden Dachziegeln. „Friederike“ wird der Vorhersage zufolge in einem breiten Streifen von Nordrhein-Westfalen und dem südlichen Niedersachsen über Nord- und Mittelhessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und am Nachmittag bis nach Sachsen und Südbrandenburg ziehen. Der Wetterdienst warnte vor orkanartigen Böen.

Laut dem aktuellen Warnlagebericht vom Deutschen Wetterdienst wird der Kern von Sturmtief „Friederike“ heute Nachmittag und am Abend mit seinem Kern über den Norden Brandenburgs hinwegziehen. Zudem tritt heute Nachmittag im Nordosten von Brandenburg noch zeitweise Schneefall auf; fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee sind möglich. Der Wind nimmt zu und erreicht am Abend seinen Höhepunkt.

In der Mitte und dem Süden Brandenburgs sind bis in die erste Nachthälfte Sturmböen mit 65 bis 85 Stundenkilometer (Bft 8-9) zu erwarten. Schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern (Bft 10) sind gering wahrscheinlich. Vom Fläming bis in die Niederlausitz ist die Wahrscheinlichkeit für schwere Sturmböen bis 100 Stundenkilometer deutlich erhöht. Das Risiko für einzelne orkanartige Böen um 110 Stundenkilometer (Bft 11) sind eher gering.

Trotz des herannahenden Sturmtiefs „Friederike“ gibt es in Berlin und Brandenburg derzeit keine Einschränkungen im regionalen Bahnverkehr. Das betrifft auch die S-Bahnen und die U-Bahnen in Berlin, wie Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Deutschen Bahn am Donnerstagnachmittag mitteilten. Fernverkehrszüge würden Berlin hingegen nicht mehr verlassen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn weiter mitteilte. Fernverkehrszüge mit dem Ziel Berlin, die bereits unterwegs waren, würden die Hauptstadt aber noch anfahren.

In Cottbus ist am Nachmittag in Teilen der Stadt der Strom ausgefallen. Das betraf die Stadtteile Sandow, das Gewerbegebiet Dissenchen und Teile der Innenstadt, teilte eine Sprecherin der Stadtwerke Cottbus mit. Der Stromausfall ging auf technische Störungen im vorgelagerten Netz zurück und konnte jedoch nach zehn bis 15 Minuten wieder behoben werden.

In Nordbrandenburg sind vor allem Windböen bis 60 Stundenkilometern (Bft 7) und nur vereinzelt Sturmböen bis 70 Stundenkilometer (Bft 8) zu erwarten. In der zweiten Nachthälfte zum Freitag ist vereinzelt Glätte durch geringfügigen Schneefall oder überfrierende Nässe möglich.

Nach Auskunft vom Schulamt Cottbus wurden die Schulen im Landkreis Elbe-Elster und im Landkreis Oberspreewald-Lausitz darauf hingewiesen, sicherzustellen, dass ihre Schüler rechtzeitig vor der Ankunft schwerer Sturmböen zu Hause sind.

Für Cottbus hat das Schulamt keine Empfehlung ausgesprochen, da die Sturmvorhersagen im Vergleich zu anderen Teilen Südbrandenburgs nicht so gravierend seien. Generell stehe es den Schulleitern immer frei, selbstständig zu entscheiden, ob sie den Unterricht wegen des Sturms eher beenden, damit ihre Schüler rechtzeitig vor dem Sturm zu Hause sind. Zahlreiche Schulen und Horte in Cottbus und Spree-Neiße haben Unterricht und Betreuungszeit verkürzt. So machten einige Cottbuser Gymnasien vorzeitig nach sechs Unterrichtsstunden Schluss.

Über den vorzeitigen Schulschluss entscheiden die Schulleiterinnen und Schulleiter vor Ort selbstständig, heißt es in einer Pressemitteilung vom Brandenburger Bildungsministerium.

In der „Verwaltungsvorschrift Schulbetrieb“ heißt es: „Treten während des Schulbetriebs Witterungs- und Straßenverhältnisse auf, die eine besondere Gefährdung der Schülerinnen und Schüler auf dem Heimweg erwarten lassen, so entscheidet die Schulleitung über eine vorzeitige Beendigung des Schulbetriebs. Schülerinnen und Schüler werden nur nach Hause entlassen, wenn erwartet werden kann, dass der vorzeitige Heimweg gesichert ist. Minderjährige Schülerinnen und Schüler werden über das reguläre Ende des Schulbetriebs hinaus so lange beaufsichtigt, bis eine sichere Beförderung gewährleistet ist. Schülerinnen und Schüler der Primarstufe dürfen vorzeitig nur nach Hause entlassen werden, wenn sie abgeholt werden oder die Zustimmung der Eltern für diesen Einzelfall vorliegt. Die Beaufsichtigung der in der Schule verbleibenden Schülerinnen und Schüler ist zu gewährleisten.“

(pm/lsc)