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| 16:52 Uhr

Zwischenbericht der Enquete-Kommission
Brandenburgs Förster fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Die Aufgaben der Förster und Waldarbeiter sind umfangreich. Foto: dpa
Die Aufgaben der Förster und Waldarbeiter sind umfangreich. Foto: dpa FOTO: Philipp Schulze / dpa
Potsdam. Brandenburgs Förster fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Während die Landesregierung in ihrer neuen Werbekampagne für das Land mit Brandenburgs Wäldern Reklame mache, tauche das Thema Forst etwa im Zwischenbericht der Enquete-Kommission 6/1 kaum auf, sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Forstleute, Uwe Engelmann, am Donnerstag der RUNDSCHU. Die Forstverwaltung und ihre Mitarbeiter hätten in der Brandenburger Politik keine Lobby mehr. „Ohne mit der Wimper zu zucken, werden Biber- oder Wolfsbeauftragte geschaffen, was ja inhaltlich auch richtig ist“, sagt Engelmann. „Aber es ist trotzdem enttäuschend, wenn ich daran denke, wie schwer es ist, einen oder zwei Revierförster einzustellen.“ Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs Förster fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Während die Landesregierung in ihrer neuen Werbekampagne für das Land mit Brandenburgs Wäldern Reklame mache, tauche das Thema Forst etwa im Zwischenbericht der Enquete-Kommission 6/1 kaum auf, sagte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Forstleute, Uwe Engelmann, am Donnerstag der RUNDSCHU. Die Forstverwaltung und ihre Mitarbeiter hätten in der Brandenburger Politik keine Lobby mehr. „Ohne mit der Wimper zu zucken, werden Biber- oder Wolfsbeauftragte geschaffen, was ja inhaltlich auch richtig ist“, sagt Engelmann. „Aber es ist trotzdem enttäuschend, wenn ich daran denke, wie schwer es ist, einen oder zwei Revierförster einzustellen.“

 

Für Verärgerung sorgte auch das Potsdamer Landwirtschaftsministerium, das am Mittwoch eine „Information zu Organisationsveränderungen im Landesbetrieb Forst Brandenburg“ verschickte. Damit bezieht sich das Ministerium auf einen Landtagsbeschluss aus dem Dezember, der ein tragfähiges Personalentwicklungskonzept für den Landesbetrieb Forst forderte. Darin enthalten ist weiterhin die Trennung von Landesforstbetrieb, Forstbehörde und Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) was laut Ministerium für finanzielle Transparenz beim Landesbetrieb sorgen soll. Zudem sollen die Forstbehörde und das LFE in das Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung integriert werden. Dienstleistungen und Beratungen für private Waldbesitzer sollen dagegen künftig verstärkt von Privatfirmen und externen Experten erbracht werden.

 

„Da muss man sich die Frage stellen, was sinnvoller für den ländlichen Raum ist“, sagte Engelmann. „Waldarbeiter des Landes, die nach Tarif bezahlt werden, oder Mitarbeiter von Dienstleistern, die den gesetzlichen Mindestlohn erhalten.“ Zudem sei die Trennung von Forstbehörde und Forstbetrieb schon die Begründung für die Forstreform von 2012 gewesen. „Wenn man sie wieder als Begründung heranzieht, kann das ja nur bedeuten, dass die erste Reform, für die sich die Politik damals feierte, schief gelaufen sein muss.“