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Fokus Energiewende – Cottbus debattiert Zukunftstechnologien

Cottbus. Es sind die zweiten Zukunfts-Technologie-Tage der Energieregion Lausitz, die noch bis heute Abend in die Messe Cottbus einladen. Als Gastgeber präsentieren die vier Südbrandenburger Landkreise und das kreisfreie Cottbus Aussteller, deren Geschäftsfeld die Energiewende ist. Christian Taubert

Es geht um intelligente Lösungen zum Stromsparen, um die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Messerundgang ist nicht nur für Experten ein Fundus in Sachen Energiewende .

Den ganztägigen Kongress "Technologische Herausforderungen der Energiewende" hat am Mittwoch Matthias Müller-Mienack mit der provokanten These "Die Energiewende findet im Osten statt" eingeleitet. Er ist Technischer Leiter von Gridlab Cottbus, das exklusives Training für Dispatcher in Leitwarten der Netzbetreiber anbietet und europaweit nachgefragt ist. Müller-Mienack begründete seine These mit der Situation im ostdeutschen Stromnetz. Es gebe erhebliche Steuerungsprobleme wegen der ungleichmäßigen Einspeisung von Wind- und Solarstrom. Die konventionellen Kraftwerke stellen zurzeit das Regulativ dar, um bei einem Überangebot an Strom den Braunkohle-Kraftwerkspark im Osten zu drosseln. Oder, bei Windstille und fehlender Sonneneinstrahlung die Konventionellen auf Spitzenlast zu fahren. Der Gridlab-Experte resümierte, dass der Ausbau der Stromnetze und die Flexibilisierung der konventionellen Kraftwerke unerlässlich für das Gelingen der Energiewende seien.

Wie Vattenfall seine Kraftwerke hoch- und runterfährt, um den Energiebedarf zu decken und die Netze vor Überlastung zu schützen, erläuterte Olaf Adermann. Der Leiter der Abteilung Asset Management verwies auf das Pilotprojekt zum Einsatz von hochveredeltem Trockenbraunkohlenstaub. Damit sollen in Kürze die Schnelligkeit und Flexibilität der Braunkohlenkraftwerke gesteigert und die Kohlendioxid-Emissionen gesenkt werden.

Da ss Systemstabilität künftig auch mit und durch die erneuerbaren Energien gewährleistet werden muss, erläuterte Annegret Agricola von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Zunächst gehe es darum, den Netzausbau auf 135 000 bis 190 000 Kilometern voranzutreiben. Dabei müssten nach Angaben der dena-Expertin etwa zwei Drittel des Netzausbau-Bedarfs in den nächsten zehn Jahren umgesetzt werden. Sie nannte zudem das Ziel, bis 2030 Speicher vorrätig zu haben, damit Systemdienstleistungen auch durch die Erneuerbaren übernommen werden können .