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| 02:48 Uhr

Flughafengesellschaft vor der Pleite?

Schönefeld ist einer von deutschlandweit fünf Flughäfen für Asylverfahren. Dort werden Menschen untergebracht, denen die Bundespolizei die Einreise verweigert. Foto: dpa
Schönefeld ist einer von deutschlandweit fünf Flughäfen für Asylverfahren. Dort werden Menschen untergebracht, denen die Bundespolizei die Einreise verweigert. Foto: dpa FOTO: dpa
Potsdam. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg ist nach Darstellung der Brandenburger CDU von der Pleite bedroht. Der finanzpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Ludwig Burkhardt, erklärte, die Gesellschaft bekomme angesichts ihrer finanziellen Situation derzeit keine Kredite, um die anfallenden Mehrkosten zu begleichen. dpa/bl

Ludwig Burkhardt sieht damit nun offiziell bestätigt, was bislang nur gerüchteweise bekannt war oder vermutet wurde. Flughafenchef Rainer Schwarz hatte noch im Juli im Abgeordnetenhaus erklärt, dass das Unternehmen bis zum Jahresende flüssig sei. "Dann ist frisches Geld notwendig", sagte Burkhardt. Die Gesellschafter und der Aufsichtsrat müssten tätig werden. Zuschüsse aus Steuergeld würden von der EU-Kommission vermutlich an Auflagen geknüpft.

Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) sieht die Lage nicht als so bedrohlich an. Er bestätigte aber, dass sich trotz Kostenexplosion beim Hauptstadtflughafen der Betreiber derzeit kein neues Geld beschaffen kann. Die staatliche Flughafengesellschaft sei "in der gegebenen Ertrags- und Kostenstruktur nicht in der Lage, zusätzliche Kredite aufzunehmen und zu bedienen", antwortete der brandenburgische Finanzminister auf eine parlamentarische Anfrage. "Aktuell gibt es keinen Liquiditätsengpass", sagte Markov. Er versicherte: "Die Gesellschafter werden ihre Gesellschaft nicht in die Insolvenz führen."

Der künftige Hauptstadt-Flughafen BER gehört den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund. Derzeit ist unklar, inwieweit möglicherweise die Steuerzahler für die anfallenden Mehrkosten aufkommen. Der Aufsichtsrat will die Finanzierung bei seiner Sitzung am 16. August besprechen.