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| 07:45 Uhr

Heute tagt BER-Aufsichtsrat
Flughafen-Chef braucht ab 2020 rund 500 Millionen Euro

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup braucht weiteres Geld. Heute soll der Aufsichtsrat darüber befinden.
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup braucht weiteres Geld. Heute soll der Aufsichtsrat darüber befinden. FOTO: Ralf Hirschberger / dpa
Berlin. 6,5 Milliarden Euro wurden für den neuen Hauptstadtflughafen schon bewilligt, ein großer Teil aus öffentlichen Mitteln. Nun sollen Bund und Länder weiteres Geld beisteuern.

Bei dem Wunsch nach mehr Steuergeld für den neuen Hauptstadtflughafen kann die Betreibergesellschaft mit Unterstützung im Aufsichtsrat rechnen. „Das Konzept ist aus sicher heraus erstmal überzeugend“, sagte der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Rainer Bretschneider, vor der heutigen Sitzung. Es komme nun darauf an, wie sich Banken und Gesellschafter dazu verhalten.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup braucht nach eigenen Angaben rund 500 Millionen Euro ab 2020. Denn dann soll ein weiteres Terminal gebaut werden, um die wachsenden Passagierzahlen zu bewältigen. 400 Millionen davon will er sich am Kapitalmarkt beschaffen, 100 Millionen Euro erhofft er sich von den Flughafen-Eigentümern, den Ländern Berlin, Brandenburg und dem Bund.

Beim ersten Spatenstich 2006 war noch mit zwei Milliarden Euro für den drittgrößten deutschen Flughafen geplant worden. Planungsfehler, Baumängel und geplatzte Eröffnungstermine, Erweiterungen des Projekts sowie Nachbesserungen beim Schallschutz trieben die Kosten aber in die Höhe. Der Finanzrahmen liegt bislang bei 6,5 Milliarden Euro.

Lütke Daldrup hatte ursprünglich berechnet, dass er zusätzlich 770 Millionen Euro benötigt. Nun schlägt er jedoch vor, dass weitere Terminal in einem Mietkauf- oder Leasingmodell errichten zu lassen. Das senkt die anfänglichen Kosten, ist insgesamt aber teurer.

In der Aufsichtsratssitzung am Flughafen Tegel geht es auch um den Stand der Arbeiten im Hauptterminal des neuen Flughafens und um den Lärmschutz für die Anwohner. Von ihnen gibt es immer wieder Beschwerden, dass die Flughafengesellschaft für bestimmte Räume im Haus keine Schallschutzfenster bezahlt.

Die Aufsichtsräte wollen auch über die Folgen der Air-Berlin-Pleite für den Flughafen Tegel sprechen. Die Insolvenz hatte eine große Lücke in den Flugplan gerissen. Vor allem Easyjet und Eurowings füllen sie nach und nach auf. red/fh