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| 02:42 Uhr

Flüchtlingsinitiativen fordern unbürokratische Hilfe

Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze traf sich in Potsdam mit 100 Vertretern ehrenamtlicher Initiativen.
Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze traf sich in Potsdam mit 100 Vertretern ehrenamtlicher Initiativen. FOTO: dpa
Potsdam. Das Land Brandenburg will Willkommens- und Flüchtlingsinitiativen besser unterstützen. Dazu stellte Sozialministerin Diana Golze (Linke) am Dienstag in Potsdam vor mehr als 100 ehrenamtlichen Vertretern drei Angebote vor: eine Fortbildungsreihe, mehr berufliche Weiterbildung und finanzielle Hilfe vom Land – etwa für Fahrtkosten, Deutsch-Fibeln oder Willkommensfeste. ahu/dpa

Die rot-rote Landesregierung möchte erreichen, dass sich Initiativen für Flüchtlinge besser abstimmen und Erfahrungen austauschen. Ehrenamtliche unterstützen Asylbewerber etwa beim Deutsch lernen oder begleiten sie zu Behörden und Ärzten.

Nach Angaben des Ministeriums sind in Brandenburg inzwischen etwa 80 Initiativen tätig. Deren Vertreter forderten mehr Unterstützung. Sie klagten über fehlende Internetanschlüsse in Flüchtlingsunterkünften. Auch verlangten sie eine bessere Koordination ehrenamtlicher Aktivitäten durch Sozialarbeiter sowie schnellere Sprachkurse. Eine weitere Forderung betraf die Förderpraxis: Statt viele einzelne Projekte zu unterstützen, sollte besser eine unbürokratischere dauerhafte Finanzierung gewährt werden, hieß es. Staatskanzleichef Rudolf Zeeb verwies darauf, dass in diesem Jahr knapp 14 000 Flüchtlinge im Land erwartet werden. Man sei auf eine gute Stimmung in der Bevölkerung und Hilfe angewiesen.

Auch in Potsdam war der Verein "Freiraum" aus Elsterwerda (Elbe-Elster). Seit vergangenem Jahr setzen sich die Mitglieder intensiv für ein gemeinsames Miteinander von Bürgern und Flüchtlingen ein. In regelmäßigen Treffen beantworten sie Fragen der Anwohner und organisieren interkulturelle Zusammenkünfte. Zuletzt veranstaltete der Verein die "Woche der Vielfalt". In diesem Rahmen arrangierten sie gemeinsame Aktivitäten und Projekte, die zum Nachdenken anregen sollen. "Wir wünschen uns einen Austausch zwischen den Kulturen, um Berührungsängste abzubauen", beschreibt Vereinsvorsitzende Kerstin Schenkel das Anliegen.