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Fleischlose Stroganoff

Post aus Potsdam. Mit dem Essen ist es immer so eine Sache. Dem einen schmeckt es hervorragend, der andere lässt den halbvollen Teller zurückgehen. iwe1

So ist es auch in der Landtagskantine, deren Mitarbeiter neuerdings mit französischen Mützen hinter der Essensausgabe stehen. Dort ist die Küche immer kreativ - selbst in den Parlamentsferien lässt man sich Aktionen einfallen, um den Arbeitsalltag für Mitarbeiter und Abgeordnete angenehmer zu gestalten.

In dieser Woche indes sah man doch einiges Stirnrunzeln in der Parlamentskantine. Denn auf einem Tischaufsteller kündigte das Küchenteam an, "unsere Lieblingsgerichte ohne Fleisch" zu präsentieren. Manches davon klang richtig lecker: Dinkelnudeln mit Wokgemüse in Kokosmilch, dazu Röstzwiebeln und Basilikum. Gut gekocht hätte so ein Gericht wohl das Potenzial, zu einem Dauerbrenner zu werden. Bei anderem hingegen fiel dem Leser fast schon vor Schreck der Löffel aus der Hand: Da wurde etwa ein "Veganes Rührei mit Blattspinat und Kartoffeln" angekündigt. Also ein Eierersatz aus Tofu. Oder ein "Stroganoff sans bff", also ein Tofugeschnetzeltes mit Reis.

Nun ist nichts gegen den Einsatz von Tofu in der Landtagskantine zu sagen. Und auch nichts gegen die Idee, regelmäßig auch vegetarische oder vegane Gerichte anzubieten. Ganz generell aber gelingen solche Sachen meist am besten, wenn sie nicht vorgeben, etwas zu sein, was sie gar nicht sind. Ein Kaffee-Ersatz jedenfalls schmeckt meistens auch nicht besser als der Kaffee. Aber mit dem Essen ist das halt so eine Sache. . .