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Finanzspritze für freie Bühnen in Brandenburg

150 000 Euro erhält das Cottbuser Piccolo-Theater.
150 000 Euro erhält das Cottbuser Piccolo-Theater. FOTO: mih1
Potsdam. Sie spielen "Minna von Barnhelm" oder den "Zerbrochenen Krug". Sie haben eigene, kleine Bühnen oder tingeln durch die Aulen der Gymnasien und Schulzentren im Land. Benjamin Lassiwe / iwe1

Die Rede ist von den etwa 30 freien Theatern im Land Brandenburg.

Gut 2000-mal traten ihre Ensembles im vergangenen Jahr ins Scheinwerferlicht. Gut 200 000 Menschen saßen bei den Vorstellungen im Publikum, applaudierten, verlangten nach Zu-gaben und buhten nur ganz selten. "Die freien Theater setzen immer wieder spannende kulturelle und gesellschaftliche Akzente", sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD). Sie seien ein Garant für das kulturelle Leben in der Fläche des Landes - immerhin jeder dritte Theaterbesucher im Land fand sich im vergangenen Jahr im Publikum einer der freien Bühnen. Und weil das so ist, werden im kommenden Jahr insgesamt 17 freie Theater vom Land gefördert.

Die Beträge reichen von 10 000 Euro für das Potsdamer Ensemble Poetenpack und 20 000 Euro für die Cottbuser Theaterproduktion "Zuckerhut" bis zu 150 000 Euro für das Cottbuser Piccolo-Theater, das damit zugleich den höchsten Förderbetrag der in Brandenburg ansässigen Spielstätten erhält. Für alle Bühnen zusammen stellt das Land Brandenburg rund eine Million Euro zur Verfügung. Und mit dem Haushaltsplan hatte der Landtag eine Erhöhung der Förderung um 350 000 Euro beschlossen. Sie soll 2017 für Investitionen und 2018 für die allgemeine Förderung genutzt werden - was aus Sicht der oppositionellen Grünen sogar noch viel zu wenig ist. "Das kann nur der erste Schritt sein", sagt deren Kulturpolitikerin Marie-Luise von Halem.

Denn die freien Theater haben weiterhin einen großen Geldbedarf. "Es geht auch um die Lohngerechtigtkeit", machte die Vorstandsvorsitzende des Landesverbands Freier Theater in Brandenburg, Sabine Chwalisz, am Mittwoch in Potsdam deutlich. Der von den Regierungsparteien vertretene Anspruch "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" sei im Vergleich zu den großen Bühnen oft nicht umsetzbar.