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| 21:34 Uhr

Preisträger prämiert
Film „Ayka“ gewinnt Hauptpreis des 28. Cottbuser Filmfestivals

Die Preisträger des 28. Cottbuser Filmfestivals stehen fest. Regisseur Sergey Dvortsevoy nimmt den Hauptpreis des Cottbuser Filmfestivals für den besten Film im Wettbewerb Spielfilm für seinen Film „Ayka“ (RU/DE/PL/KZ/CN entgegen.
Die Preisträger des 28. Cottbuser Filmfestivals stehen fest. Regisseur Sergey Dvortsevoy nimmt den Hauptpreis des Cottbuser Filmfestivals für den besten Film im Wettbewerb Spielfilm für seinen Film „Ayka“ (RU/DE/PL/KZ/CN entgegen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Preisträger des 28. Cottbuser Filmfestivals stehen fest. Am Samstagabend wurden die Gewinner in der Stadthalle gekürt. Über den Hauptpreis für den besten Film im Wettbewerb Spielfilm kann sich der russische Film „Ayka“ freuen.

Regisseur Sergey Dvortsevoy widmet sich in „Ayka“ (RU/DE/PL/KZ/CN) einer unvergesslichen Frauenfigur stellvertretend für all die Vergessenen „ganz unten“.

Die Internationale Festivaljury, bestehend aus Leonid Demchenko (Russland), Anna Palenchuk (Ukraine), Anna Jadowska (Polen), Gio Mgeladze (Georgien) und Uwe Kockisch (Deutschland) begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Der Film lässt uns durch konsistentes Erzählen, eine rastlose Kameraarbeit und intensives Spiel sehr nahe an die Protagonistin herankommen. Wir leben ihr Leben. Mit diesem dokumentarischen Ansatz überqueren wir die Grenze zwischen Fiktion und dem wahren Leben. Das öffnet uns die Augen für die Anstrengungen, die Wirtschaftsmigranten auf sich nehmen – eine der globalen Herausforderungen unserer Zeit.“

Der Hauptpreis für den Besten Film im Wettbewerb Spielfilm ist mit 25.000 Euro dotiert und gestiftet von der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF).

Beste Regie

Den Spezialpreis für die Beste Regie, dotiert mit 7.500 Euro, gestiftet vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), hat Ivan I. Tverdovskiy mit „Podbrosy | Junpman“ (RU/IL/FR/LT). „Mit seiner innovativen Kameraarbeit und seinem verstörenden Rhythmus hält uns der Regisseur in der Geschichte. Er überführt Traditionen des osteuropäischen Kinos in zeitgenössisches Geschichtenerzählen und bleibt dabei vielschichtig und unterhaltsam. Der Film ist eine unerwartete Parabel über Liebe und Schmerz in einer egoistischen Gesellschaft, zum Leben erweckt durch eine erfrischende Filmsprache“, begründete die Jury.

Eine lobende Erwähnung vergab die Internationale Festivaljury an „Teret | Die Ladung| The Load“ (RS/FR/HR/IR/QA) von Ognjen Glavonić.

Herausragende Darstellerin

Mit dem Preis für eine herausragende Darstellerin, gestiftet von der Stadt Cottbus in Höhe von 5.000 EUR, würdigt die Jury die Leistung von Martina Apostolova, die im Film „Irina“ (BG) die gleichnamige Hauptfigur verkörpert – eine junge Frau in der bulgarischen Provinz, die sich auf eine Leihmutterschaft einlässt, um das Leben ihrer Familie zu sichern.

Herausragender Darsteller

Den Preis für einen herausragenden Darsteller, dotiert mit 5.000 Euro und gestiftet von der Sparkasse Spree-Neiße, erhielt Reimo Sagor für seine Rolle als alleinerziehender Vater in VÕTA VÕI JÄTA | TAKE IT OR LEAVE IT (EE). Der Film wurde von Estland für die Academy Awards (Oscars) in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ eingereicht.

Wettbewerb Kurzspielfilm

Im Wettbewerb Kurzspielfilm setzte sich der Beitrag „Cadoul de Craciun | Das Weihnacthsgeschenk | The Christmas Gift“ (RO) von Bogdan Mureșanu durch. Der rumänische Beitrag gewinnt den mit 2.500 EUR dotierten Hauptpreis, gestiftet von Druckzone, Cottbus.

Spezialpreis

Der polnische Regisseur Piotr Domalewski sicherte sich mit „60 Kilo Niczego | 60 Kilo Nichts | 60 Kilos of Nothing“ (PL) den Spezialpreis in Höhe von 1.500 EUR, gestiftet von Tiede+. Die Kurzfilm-Jury erklärte: „Der Spezialpreis geht an einen Film, der durch große Authentizität beeindruckt, eine handwerklich packende Dynamik in den Szenen besitzt und das wichtige und universelle Thema der illegalen Arbeitskräfte in Europa beschreibt.“

Wettbewerb Jugendfilm

Schüler aus Polen, Tschechien und Deutschland bildeten die sechsköpfige Jury für den U18 Wettbewerb Jugendfilm. Sie kürten den polnischen Beitrag „Corka Trenera | Die Tochter des Trainers | A Coachs Daughter“ (PL) zum Gewinner.

Regisseur Łukasz Grzegorzek erhält den mit 3.000 EUR dotierten Preis für den besten Jugendfilm, gestiftet von der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG). Zu ihrer Entscheidung sagte die Jury: „Unter all den großartigen Filmen, die in der diesjährigen Auswahl des U18 Wettbewerb Jugendfilm des FilmFestival Cottbus gezeigt wurden, zeichnet sich der von uns gewählte Gewinner durch ausgeprägte Charaktere, eine überzeugende Geschichte und eine hohe Qualität der Produktion aus.“

Weitere Preise

Im Rahmen des 28. FilmFestival Cottbus wurden weitere Preise vergeben: Den Dialog-Preis für die Verständigung zwischen den Kulturen, gestiftet vom Auswärtigen Amt und dotiert in Höhe von 3.000 EUR, erhält Regisseurin Aida Begić für „Never leave me | Verlass mich nie“ (BA/TR/RS). Die bosnische Regisseurin und Drehbuchautorin war bereits mehrfach zu Gast beim FilmFestival Cottbus und 2015 Mitglied der Internationalen Festivaljury.

Mit dem Preis für den besten Debütfilm, dotiert in Höhe von 3.000 EUR und gestiftet von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sowie der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, zeichnet die Jury den Beitrag „Irina“ (BG) von Nadejda Koseva aus.

Die Fipresci-Jury, die Jury der internationalen Vereinigung von Filmkritikern und Filmjournalisten, zeichnete den serbischen Regisseur Ognjen Glavonić für sein Werk „Teret | Die Ladung| The Load“ (RS/FR/HR/IR/QA) aus.

Der Preis der Ökumenischen Jury ging ebenfalls an den Gewinner des Hauptpreises „Ayka“ (RU/DE/PL/KZ/CN) von Sergey Dvortsevoy.

Bei den Besuchern kam „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ (PL/GB/FR) besonders gut an. Paweł Pawlikowski darf den Publikumspreis in Höhe von 3.000 EUR, gestiftet von der Lausitzer Rundschau, mit nach Hause nehmen und sich aus doppeltem Grund freuen: Der deutsche Verleih des Films, die Neue Visionen Filmverleih GmbH, gewinnt den mit 10.000 Euro von der Medienboard Berlin-Brandenburg gestifteten Preis zur Förderung des Verleihs eines Festivalfilms „Cottbus im Kino“. Beim 28. FFC läuft der Hit am Festival-Sonntag, 11. November, 17.30 Uhr in der Stadthalle.

Neben den vier begehrten Lubinas vergab das FilmFestival Cottbus Preise in einer Gesamthöhe von mehr als 80.000 EUR.

Das FilmFestival Cottbus konnte mit 22.000 Besuchern in seiner 28. Ausgabe erneut einen Zuschauerrekord feiern. „Die 28. Ausgabe des FilmFestival Cottbus begeisterte Besucher und Fachpublikum gleichermaßen. Aus einem äußerst vielfältigen Wettbewerb, der starke Themen setzen und durch künstlerische Akzente überzeugen konnte, belohnte die Jury ganz unterschiedliche Werke, in deren Zentren Familienverhältnisse stehen“, kommentiert Bernd Buder, Programmdirektor des FilmFestival Cottbus.

(red/lsc)