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Fieberhafte Suche nach den Bankomatensprengern

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Jüterbog/Falkenberg (Elster). Nach den jüngsten Attacken auf Geldautomaten in Jüterbog und Falkenberg/Elster und der spektakulären Verfolgungsjagd in Bad Liebenwerda sucht die Polizei Brandenburg mittels der "Soko Fläming" inzwischen fieberhaft nach den flüchtigen Tätern. Rüdiger Hofmann

Die Polizei Brandenburg ermittelt unter Hochdruck mittels der "Soko Fläming" nach den Tätern. "Wir vermuten mehrere Banden hinter den beiden Angriffen", sagt Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam. Im Fall der Attacke in Jüterbog wurden der Umkreis mit einem Hubschrauber überflogen, Ausfallstraßen kontrolliert und Anwohner befragt. Wurden eventuelle Kennzeichen gesichtet? Konnten die Täter auf der Flucht erkannt werden? Ein Zeuge hatte angegeben, mehrere Männer am Montagmorgen gegen 3.10 Uhr in der Bank gesehen zu haben. Sie flüchteten nach der Sprengung allerdings unerkannt.

Binnen weniger Tage waren erneut Geldautomaten zur Zielscheibe von bisher unbekannten Tätern geworden, die anschließend flüchten konnten. In der Nacht zu Montag waren ein Automat in einer Bankfiliale in der Innenstadt von Jüterbog und in der vergangenen Woche zwei Geldautomaten in Falkenberg (Elbe-Elster) gesprengt worden. Dieser Vorfall war höchst dramatisch, weil Stunden später im nahe gelegenen Bad Liebenwerda Unbekannte aus einem Auto, das von der Polizei verfolgt wurde, Krähenfüße auf die Straße geworfen hatten. Mehr als 20 Fahrzeuge, darunter auch der Funkwagen, wurden beschädigt - die Verfolgungsfahrt war damit zu Ende.

Inzwischen gilt als sicher, dass ein nach der Flucht brennendes Auto im Wald - in der Nähe von Prösen - das Fluchtfahrzeug der Geldautomaten-Sprenger von Falkenberg war. Einem aufmerksamen Zeugen ist es zu verdanken, dass das Auto schnell gelöscht werden konnte. "Der Pkw hat leider sehr starke Schäden durch das Feuer und anschließende Löschwasser davongetragen, sodass die Spuren nahezu vollständig verwischt worden sind", sagt Mario Heinemann. Die kriminaltechnischen Untersuchungen dauern auf unbestimmte Zeit an.

Um den Tätern auf die Spur zu kommen, stehen Beamte der Soko Fläming nun in engem Kontakt mit polnischen Kollegen. Eine grenzübergreifende Fahndung sei eingeleitet worden - noch ohne Ergebnis. Erste Mutmaßungen zu den Tätern und deren Vorgehensweise gibt es dennoch. "Die Polizei war innerhalb von 12 Minuten am Tatort. Das bedeutet, die Täter gehen ein hohes Risiko ein, entdeckt zu werden", so Heinemann. Zudem müssen sie das Objekt vorab ausgelotet und nach möglichen Fluchtwegen geschaut haben. "Sie haben auch das gute Wetter abgepasst, um eben möglichst schnell fliehen zu können", sagt der Polizeisprecher.

In diesem Zusammenhang bitte die Polizei um Ihre Mithilfe: Sollten Sie Hinweise zu den Übergriffen haben oder im Vorfeld der Geldautomatensprengungen verdächtige Personen im Umfeld der Tatorte gesehen haben, melden Sie sich bitte unter der Notrufnummer 110 oder den bekannten Polizeidienststellen.