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| 19:03 Uhr

Potsdam
Feuerwehren: Land findet Lösung für Hinterbliebene

Potsdam. Es war einer der schlimmsten Unfälle, den Brandenburgs Feuerwehren in den letzten Jahren erleben mussten: Anfang September 2017 kamen zwei freiwillige Feuerwehrleute aus Kloster Lehnin ums Leben, als ein Lastwagen in eine bereits gesicherte Unfallstelle raste. Und nach dem Unfall wurde sichtbar: Die Hinterbliebenen von freiwilligen Feuerwehrleuten sind in Brandenburg nur unzureichend abgesichert. Von Benjamin Lassiwe

Es war einer der schlimmsten Unfälle, den Brandenburgs Feuerwehren in den letzten Jahren erleben mussten: Anfang September 2017 kamen zwei freiwillige Feuerwehrleute aus Kloster Lehnin ums Leben, als ein Lastwagen in eine bereits gesicherte Unfallstelle raste. Und nach dem Unfall wurde sichtbar: Die Hinterbliebenen von freiwilligen Feuerwehrleuten sind in Brandenburg nur unzureichend abgesichert.

Am Mittwoch beschloss das Kabinett deswegen eine Verordnung, die rückwirkend ab dem 1. Januar 2017 Angehörigen von im Einsatz ums Leben gekommenen freiwilligen und angestellten Feuerwehrleuten bis zu 60♦000 Euro Soforthilfe ermöglicht. Bundesweit einmalig gilt diese Regel auch für Partner oder Partnerinnen, die ohne Trauschein mit dem Unfallopfer unter einem Dach lebten. „Wir nehmen die Maßstäbe des SGB II, also die Definition einer Bedarfsgemeinschaft, wie sie bei Hartz-IV-Empfängern gilt“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Mittwoch in Potsdam. Auch Großeltern, uneheliche Kinder und Enkel sollen künftig abgesichert sein.

„Die Mittel können künftig auch ohne Beantragung durch das Ministerium für Inneres und Kommunales ausgezahlt werden.“ Denn im Trauerfall könne kein Mensch „zig Formulare ausfüllen“, sagte Schröter. Zudem sollen auch die Angehörigen von Mitarbeitern von Rettungsdiensten und anderen Hilfsorganisationen von der Hilfe profitieren. „Wir wollen, dass sogar die Familien von spontan hinzugekommenen Helfern, etwa am Deich nach einer Elbeflut, im Todesfall von der Hilfe profitieren.“

„Wir wollen denen, die sich rund um die Uhr für uns einsetzen, die Gewissheit geben, das sie sich keine Gedanken um ihre Familien machen müssen“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Sie sollen das Gefühl haben, dass ihre Familien, Angehörigen und Lebensgefährten abgesichert sind.“ Der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Werner-Siegwart Schippel, begrüßte gegenüber der RUNDSCHAU, dass die Landesregierung einen Weg gefunden habe, die den Angehörigen der angestellten Kameraden in den Berufsfeuerwehren und  den freiwilligen Feuerwehren im Ernstfall helfe. Aus Sicht des Verbands  wäre allerdings bei den angestellten Feuerwehrleuten eine Verbeamtung „immer noch der beste Weg“. „Ich kann da nur an die Kommunen appellieren“, sagte Schippel. „Denn das Rennen um die besten Köpfe ist eröffnet, auch bei den Feuerwehren.“